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Griechenland-Krise : Angela Merkel will sich nicht erpressen lassen

Auch am Donnerstag sieht es nicht nach einer baldigen Einigung zwischen den Geldgebern und der Regierung in Athen aus, mit deren Hilfe eine Staatspleite in Hellas abgewendet werden soll. Beide Seiten machen sich für die zähen Verhandlungen verantwortlich. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

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Macht Druck auf Athen: Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Macht Druck auf Athen: Bundeskanzlerin Angela Merkel.Foto: AFP

17.04 Uhr: Kanzlerin: Montag muss die Vereinbarung stehen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem Treffen mit den Chefs des konservativen Parteien eine Einigung im Schuldenstreit bis zur Öffnung der Finanzmärkte am Montagmorgen angemahnt. Das berichten zwei Teilnehmer des Treffens der Europäischen Volkspartei, das vor dem EU-Gipfel stattfand. Die Bundesregierung werde sich von Griechenland nicht erpressen lassen, habe Merkel unterstrichen. Andere Teilnehmer des Treffens wollten diese Aussagen Merkels nicht bestätigen. Mehrwertsteuer und Renten seien unverändert die Streitpunkte in den Verhandlungen mit Griechenland, sagt EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Zudem werde weiter diskutiert, wie Griechenland seine Haushaltsziele erreiche. Die Euro-Finanzminister treffen sich am samstag zu weiteren Verhandlungen.


16.42 Uhr: Den Euro-Finanzministern reicht's für heute

So schnell kann's gehen: Das Sondertreffen der Finanzminister der Eurozone zu Griechenland ist beendet. "Das war es für heute", schrieb der finnische Finanzminister Alexander Stubb am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter. "Institutionen und Griechenland setzen Arbeit fort, Eurogruppe später zurück, aber nicht heute."

16.32 Uhr: Tsipras sieht einen Kompromiss

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hat sich optimistisch über eine mögliche Einigung im Streit mit den internationalen Geldgebern geäußert. "Nach den umfassenden griechischen Vorschlägen bin ich zuversichtlich, dass wir einen Kompromiss erreichen, der der Eurozone und Griechenland hilft, die Krise zu überwinden", sagte Tsipras am Donnerstag vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Auf die Frage, ob es eine Verhandlungsbasis gebe, sagte Tsipras: "Ja, es gibt eine Basis, eine gute Basis."

Die Euro-Finanzminister setzten nach einer kurzen verschnaufpause ihre Verhandlungen fort. Konkrete Zwischenergebnisse wurden nicht bekannt.

16.27 Uhr: Krisentreffen unterbrochen

Das sieht nicht gut aus: Die Euro-Finanzminister haben ihr Krisentreffen zu Griechenland unterbrochen. Das berichteten Diplomaten am Donnerstag in Brüssel am Rande des EU-Gipfels. Schon vorher war deutlich geworden, dass die Fronten zwischen Griechenland und seinen Geldgebern verhärtet sind. Es geht um ein Reform- und Sparpaket, das Voraussetzung ist für die Auszahlung von weiteren Milliardenhilfen. Es sei möglich, dass es am Rande des Gipfels ein Extra-Treffen der Staats- und Regierungschefs der 19 Euroländer geben könnte, um weiter zu beraten. Einen "Euro-Gipfel" hatte es bereits am Montag gegeben.


15.51 Uhr: Merkel ist enttäuscht

Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert, dass es in den Verhandlungen Griechenlands mit den drei Institutionen sogar Rückschritte gegeben hat. "Ich muss ... sagen, nach dem was ich heute vor der Sitzung der Finanzminister gehört habe, haben wir noch nicht den notwendigen Fortschritt gemacht. Und an manchen Stellen hat man den Eindruck ..., dass wir ein bisschen zurückfallen", sagte Merkel vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. Sie mahnte Griechenland, die Verhandlungen mit den drei Institutionen IWF, EZB und EU-Kommission fortzusetzen. "Der Europäische Rat wird sich nicht in diese Verhandlungen einmischen", stellte sie zudem klar. Es sei Sache der Euro-Finanzminister und vor allem der drei Institutionen, Vorschläge für eine Lösung zu machen.

15.16 Uhr: Börsianer sind optimistisch

Am deutschen Aktienmarkt hält sich hartnäckig die Hoffnung auf eine Einigung im griechischen Schuldenstreit. Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets sah eine "immer noch vorherrschende Meinung der Börsianer, dass irgendwie doch ein Deal vereinbart wird". Der Leitindex Dax war angesichts deutlicher Meinungsverschiedenheiten zwischen Griechenland und seinen Gläubigern zwar schwankungsanfällig, hielt sich am Donnerstagnachmittag aber mit einem Minus von 0,08 Prozent auf 11.461,91 Punkte vergleichsweise stabil. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 0,18 Prozent auf 20.271,40 Punkte, für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,17 Prozent auf 1692,19 Zähler hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,11 Prozent auf 3606,97 Punkte.


15.04 Uhr: Tusk setzt auf Happy End

EU-Ratspräsident Donald Tusk zeigt sich zuversichtlich. Er habe ein gutes Gefühl, dass die Griechenland-Geschichte ein glückliches Ende finden werde. Die vergangenen Stunden seien sehr entscheidend gewesen.

14.53 Uhr: IWF fodert mehr Bewegung von Athen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat von Griechenland gefordert, im Schuldenstreit auf die Geldgeber zuzugehen. Die drei Gläubigerinstitutionen hätten "durch konzentriertes und diszipliniertes Arbeiten" zusammen einen Vorschlag vorgelegt, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde bei ihrem Eintreffen beim Finanzministertreffen der Eurozone in Brüssel. "Unglücklicherweise ist die andere Seite noch nicht dort. Deshalb gibt es noch viel Arbeit zu erledigen." Der spanische Finanzminister Luis de Guindos schloss nicht aus, dass ein weiteres Treffen der Eurogruppe nötig sein könnte, um eine Lösungen zu finden. "Bevor es zum Bruch kommt, werden wir uns so oft treffen, wie es nötig ist", sagte er in Brüssel.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras verlässt das Treffen mit IWF, EZB und EU. Eine Einigung wurde am Mittwoch nicht erreicht.
Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras verlässt das Treffen mit IWF, EZB und EU. Eine Einigung wurde am Mittwoch nicht...Foto: REUTERS/Yves Herman

14.46 Uhr: Tsipras informiert Staatspräsidenten - über das Scheitern?

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat den Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos per Telefon über den Verlauf seiner Verhandlungen mit den Gläubigern des Landes informiert. Dies teilte das Büro des griechischen Regierungschefs in Athen mit. Weitere Details wurden nicht bekannt. Griechische Analysten werteten das Telefongespräch als schlechtes Zeichen. In Brüssel verlaufen die Verhandlungen zwischen Tsipras und den Geldgebern zäh. 

13.21 Uhr: Schäuble "nicht sehr zuversichtlich"

Unmittelbar vor dem Treffen der Finanzminister der Euro-Gruppe in Brüssel meldet sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zu Wort. Er sei “nicht sehr zuversichtlich“ für die heutige Sitzung, sagt der CDU-Politiker. Es seien nicht viele Fortschritte gemacht worden.

12.35 Uhr: Griechen und Institutionen legen unterschiedliche Pläne vor

Am Donnerstag gingen die Verhandlungen über eine Lösung der Griechenlandkrise in die nächste Runde. Im Ringen um eine Abwendung der Griechenland-Pleite legten die Gläubiger-Institutionen und Athen den Euro-Finanzministern konkurrierende Lösungsvorschläge vorgelegt. Ein neues Dokument der Institutionen sei mit der griechischen Delegation "nicht abgestimmt", sagte ein EU-Diplomat. Aus der griechischen Delegation hieß es, sie halte an ihren eigenen Vorschlägen fest und werde diese bei dem Ministertreffen einbringen.

Der Mittwoch verlief in der Griechenland-Krise gewohnt turbulent - hier die Ereignisse nochmal zum Nachlesen:

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