Griechenland : Küstenwache erschießt mutmaßlichen Schleuser

Ein mutmaßlicher Schleuser hat versucht, ein Boot der griechischen Küstenwache zu rammen. Anschließend wurde der Mann erschossen.

Protest in Griechenland. Afghaninnen nahmen im vergangenen Februar nach dem Tod von zwölf Flüchtlingen in der Ägäis an einer Demonstration in Athen teil.
Protest in Griechenland. Afghaninnen nahmen im vergangenen Februar nach dem Tod von zwölf Flüchtlingen in der Ägäis an einer...Foto: dpa

Bei einer Verfolgungsjagd hat die griechische Küstenwache einen mutmaßlichen Schleuser erschossen. Zuvor soll der Mann sieben Migranten an einem Strand der Insel Kos abgesetzt haben. Dies berichtete das Staatsradio am Dienstag.

Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen der Küstenwache erfuhr, versuchte der mutmaßliche Schleuser, vom Strand aus in Richtung Türkei zurückzukehren. Die Besatzung eines Patrouillenbootes habe ihn aufgefordert anzuhalten. Dabei habe er versucht, das Boot der Küstenwache zu rammen.

Schließlich feuerten die Beamten den Angaben zufolge mehrere Schüsse auf den Motor des Schleuserboots ab. Einer davon traf den Mann tödlich, der türkischer Staatsbürger sein soll. Nach einem Bericht der griechischen Zeitung "Ekathimerini" wurde der mutmaßliche Schleuser von einem Querschläger getroffen, während die Beamten Warnschüsse abgaben. Die Ägäis ist eine der Routen, über die internationale Schleuserbanden immer wieder Migranten illegal in die EU bringen.

Hunderte Flüchtlinge südlich von Lampedusa aufgegriffen

Zuvor hatten in Italien am vergangenen Wochenende Sicherheitskräfte erneut hunderte Bootsflüchtlinge im Mittelmeer aufgegriffen. Marine und Grenzschützer nahmen südlich der Insel Lampedusa insgesamt 852 Menschen an Bord, wie die Behörden am Montag mitteilten. Die Flüchtlinge wurden auf die Insel Sizilien gebracht. Aus welchen Ländern sie stammen, blieb zunächst unklar. Am Montagmorgen wurde südlich von Sizilien außerdem ein 25 Meter langes Flüchtlingsboot mit etwa 200 Insassen abgefangen.

In der vergangenen Woche waren binnen vier Tagen insgesamt etwa 6000 Flüchtlinge vor Italiens Küsten gerettet worden. Seit dem Beginn des Einsatzes „Mare Nostrum“ im Oktober wurden nach Angaben der Marine mehr als 18 500 Flüchtlinge aufgegriffen.

Jeden Monat versuchen tausende Menschen vor allem aus Afrika, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Im Herbst 2013 kamen dabei bei mehreren schweren Unglücken vor der italienischen Küste mehr als 400 Flüchtlinge ums Leben. Die italienische Regierung leitete daraufhin die Mission „Mare Nostrum“ ein, für die Kriegsschiffe, Drohnen und Hubschrauber mit Infrarot- und optischer Ausrüstung eingesetzt werden, um Flüchtlingsboote ausfindig zu machen. AFP/dpa/Tsp

Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
Italiens Premierminister Enrico Letta (rechts), EU-Präsident Manuel Barroso, EU-Kommissarin Cecilia Malmström (links) und Lampedusas Bürgermeisterin Giusy Nicolini (mit Schärpe) stehen am Mittwoch (10. Oktober) vor den Särgen von mehr als 290 Toten nach dem Schiffsunglück vor der Küste Lampedusas. Er werde diesen Anblick nie vergessen, sagte Barroso nachdem er der Toten gedacht hatte. Das Schiff mit Flüchtlingen aus Afrika war vor einer Woche im Mittelmeer gesunken.Weitere Bilder anzeigen
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