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Griechenland vor der Staatspleite : Yanis Varoufakis glaubt "immer" an Lösung im Konflikt

Einen Tag vor dem Euro-Krisengipfel hat Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras offenbar Vorschläge für eine "endgültige Lösung" der Schuldenkrise präsentiert. Die Geldgeber wollen eventuell schon heute zusammenkommen. Varoufakis zeigt sich optimistisch.

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis
Der griechische Finanzminister Yanis VaroufakisFoto: dpa

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hat sich am Sonntag optimistisch gegeben, dass eine Vereinbarung mit den Kreditgebern möglich ist. Auf die Frage, ob er davon überzeugt sei, sagte Varoufakis: "Immer, wir sind auf dem Weg zu einer Übereinkunft." Details nannte er nicht.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras wird nach Angaben eines EU-Diplomaten vor dem Krisengipfel am Montag mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zusammenkommen. Das Treffen sei für Montagvormittag geplant, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag von dem Diplomaten.

Der Vorschlag Athens liegt noch nicht vor

Griechenlands Geldgeber treten nach Angaben von Insidern noch am Sonntag zu Beratungen über eine Lösung der Schuldenkrise zusammen. Allerdings liege der dafür benötigte neue Vorschlag der Regierung in Athen noch nicht vor, sagten EU-Diplomaten vor dem Beginn des Treffens. Ohne die Vorlage können die Gespräche der Institutionen Internationaler Währungsfonds (IWF), Europäische Zentralbank (EZB) und EU-Kommission keine Ergebnisse erzielen.

Regierungschef Alexis Tsipras
Regierungschef Alexis TsiprasFoto: dpa

Frankreichs Präsident Francois Holland erklärte in Mailand, Griechenland habe einen Vorschlag an die Kommission übergeben und soweit er wisse auch an die Institutionen.

Tsipras telefonierte mit Merkel und Hollande

Ministerpräsident Alexis Tsipras habe nach Angaben der griechischen Regierung dazu am Sonntag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Präsident Francois Hollande und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker telefoniert.

Der Vorschlag sei eine “für alle vorteilhafte Einigung, die eine endgültige Lösung bringt und ein Angehen des Problems nicht verschiebt“, hieß es weiter. Ob Tsipras auf die Forderungen der Gläubiger zu weiteren Spar- und Reformmaßnahmen einging, blieb zunächst offen. In der Erklärung hieß es lediglich, die Vorschläge zielten auf eine "Vereinbarung zum gegenseitigen Nutzen" ab.

Athen wehrt sich bislang insbesondere gegen Einschnitte bei Renten, höhere Mehrwertsteuern und die Fortführung der Arbeitsmarktreform. Die Euro-Partner ihrerseits wollen Athen keinen Schuldenerlass in Aussicht stellen.Inhaltliche Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Am Montag sollen zuerst die Finanzminister der Euro-Zone zusammenkommen, danach die Staats- und Regierungschefs der 19 Euro-Staaten. Ohne eine Einigung in den kommenden Tagen, droht Athen am 30. Juni die Zahlungsunfähigkeit, wenn eine Rate von 1,5 Milliarden Euro beim IWF zurückgezahlt werden muss. (AFP7 reuters)

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