Griechenland : Wenn die Pleite kommt

Griechenland rutscht immer tiefer in die Schuldenkrise. Die Schuldenlast ist erdrückend, die Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Was passiert, wenn das Land pleite geht?

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22.02.2012 11:57Was passiert eigentlich, wenn Athen pleite geht?

Die Lage in Griechenland ist bedrohlich. Die Maßnahmen der Regierung Papandreou, um aus der Notsituation herauszukommen, sind unzureichend – und das Volk macht seinem Unmut über die einschneidenden Sparpakete immer heftiger Luft. Die Solidarität der anderen Euro-Staaten indes wird arg strapaziert. In Deutschland wird in den Reihen der schwarz-gelben Koalition schon die Möglichkeit einer „geordneten Insolvenz“ ins Gespräch gebracht. Wir betrachten die Szenarien, die eintreten könnten, sollte Griechenland trotz aller Rettungspakete den Weg aus der Schuldenkrise nicht schaffen.

Ist eine Insolvenz möglich?

Wäre Griechenland ein Unternehmen, hätte es längst den Insolvenzverwalter anrufen müssen. Eine Insolvenz liegt vor, wenn jemand nicht mehr in der Lage ist, mit seinem Einkommen seine Schulden vollständig und fristgerecht abzuzahlen. Bei Griechenland ist das im Grunde jetzt schon der Fall. Das Land wird Ende 2011 Schulden in Höhe von 166 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung angehäuft haben, die Zinsen lasten schwer auf dem Staatshaushalt. Auf dem Kapitalmarkt leiht den Griechen längst niemand mehr Geld zu vernünftigen Konditionen. Wenn EU und IWF die nächste Tranche des Hilfsprogramms nicht überweisen, ist die griechische Regierung zahlungsunfähig.

Ein Unternehmen würde in so einem Fall unter die Aufsicht eines Insolvenzverwalters gestellt. Er bestimmt darüber, wofür der Geschäftsführer noch Geld ausgeben darf, er sorgt dafür, dass die Angestellten ihren Lohn weiterhin bekommen. Vor allem aber verhandelt er mit den Gläubigern, ob sie bereit sind, auf einen Teil ihres Geldes zu verzichten, damit die Firma gerettet werden kann. Das nennt man Schuldenschnitt. Den Geldgebern bleibt meistens nichts anderes übrig als zuzustimmen, denn anderenfalls wird die Firma liquidiert, alle Wertgegenstände werden verkauft, und der Erlös wird unter den Gläubigern aufgeteilt.

Für Staaten gibt es bislang kein Insolvenzrecht. Die frühere IWF-Vizechefin Anne Krueger hat das schon 2002 angeregt. Auch Ex-Bundespräsident Horst Köhler plädierte dafür, und Bundeskanzlerin Angela Merkel regte im Juli 2010 an, einen Insolvenzplan für Krisenstaaten zu schaffen. Passiert ist bislang nichts.

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