Politik : Griechischer und türkischer Militärjet kollidieren über Ägäis

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Athen/Ankara - Bei einem Abfangmanöver über der Ägäis sind am Dienstag eine griechische und eine türkische Militärmaschine kollidiert und abgestürzt. Der türkische Pilot rettete sich nach türkischen Angaben mit dem Schleudersitz, der griechische Pilot wurde zunächst vermisst. Bei beiden Maschinen handelte es sich um Kampfbomber vom Typ F-16. Der Luftraum in der östlichen Ägäis ist zwischen den Ländern umstritten.

Zum Hergang des Unglücks sagte ein Sprecher des Athener Verteidigungsministeriums, am Dienstagmittag seien mehrere griechische Flugzeuge von der Luftwaffenbasis Souda auf Kreta gestartet, um ein türkisches Kampfflugzeug zu identifizieren, das ohne vorherige Anmeldung in die griechische Flugkontrollzone (FIR) eingedrungen sei. Athen verlangt, dass türkische Militärmaschinen bei der griechischen Flugsicherung Flugpläne abgeben, bevor sie deren Kontrollgebiet durchfliegen. Die Türkei lehnt das ab. Die griechische Kontrollzone umfasst fast die gesamte Ägäis, auch deren internationalen Luftraum, und reicht bis kurz vor die türkische Küste. Die Türkei beansprucht seit längerem die Kontrollbefugnisse in der östlichen Ägäishälfte. Experten warnten in der Vergangenheit wiederholt, dass wegen der häufigen Abfangflüge und Angriffssimulationen „früher oder später“ ein Unfall passieren würde.

Die griechische Außenministerin Dora Bakogianni und ihr türkischer Amtskollege Abdullah Gül sprachen am Telefon über den Zwischenfall, gab das griechische Außenministerium bekannt. Sie einigten sich darauf, dass der Zwischenfall den Prozess der Annäherung beider Staaten nicht negativ beeinflussen darf. Zudem hätten griechische und türkische Militärs auf höchster Ebene Kontakt aufgenommen, damit es zu keiner Eskalation kommt. dpa/AFP/öhl

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