Großbritannien : Brown ernennt Blair-Kritiker

Gordon Brown hat eine Reihe von Ministern der Regierung Blair offenbar vor die Tür gesetzet. Im neuen Kabinett ist unter anderem für Außenministerin Beckett kein Platz mehr. Ihren Posten nimmt nun David Miliband ein.

Brown
Aufräumen im Kabinett: Gordon Brown versucht einen Neuanfang. -Foto: AFP

LondonDer neue britische Premierminister Gordon Brown will die bisherige Regierung schon an seinem ersten Amtstag radikal umbilden. Nach dem Rücktritt seines Vorgängers Tony Blair wird Außenministerin Margaret Beckett nicht mehr im Kabinett sitzen. Das Ressort wird künftig vom bisherigen Umweltminister David Miliband geleitet. Der 41-Jährige ist der jüngste Außenminister des Landes seit 30 Jahren. Er gilt als Hoffnungsträger der Labourpartei und war vor der Ernennung Browns ebenfalls als Nachfolger Blairs im Gespräch. Blair hatte ihn damals "meinen Wayne Rooney" genannt. Miliband war jedoch Gegner des Irak-Krieges und hat sich zuletzt für Gordon Brown eingesetzt. Bei einer ersten Stellungnahme sagte er, dass er sich "für eine bessere Welt und ein besseres Großbritannien" einsetzen möchte.

Das Amt des Schatzkanzlers, das Brown bisher hatte, wird Handelsminister Alistair Darling übernehmen. Darling ist wie sein Premier Schotte und gilt als industrienaher Technokrat. Der ehemalige Außenminister Jack Straw übernimmt das Justizministerium. Das Innenministerium vertraute Brown der 44-jährigen Jacqui Smith an. Sie ist die erste Frau auf diesem Posten, der zentrale Bedeutung für die Bekämpfung des Terrorismus in Großbritannien hat.

"Wir werden über Parteigrenzen hinweggehen"

Innenminister John Reid hatte zuvor seinen Rückzug angekündigt, Gesundheitsministerin Patricia Hewitt verließ das Kabinett am Mittwochabend. Der Regierungschef hatte ein Kabinett angekündigt, das auf breiter Grundlage stehen und viele verschiedene Talente umfassen werde. Die Zusammensetzung des Kabinetts bestätigte die Erwartung von Beobachtern, dass Brown neben alten Verbündeten aus seiner Zeit als Schatzkanzler auch junge Hoffnungsträger der Labour-Partei in seine Regierung holen würde. (mit dpa)

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