Großbritannien : Oberbefehlshaber weist Kritik an Soldaten zurück

Der Oberbefehlshaber der britischen Flotte hat die 15 freigelassenen Marinesoldaten gegen Kritik an ihrem Verhalten im Iran verteidigt. Großbritannien stellte vorübergehend die Patrouillefahrten im Persischen Golf ein.

London - Admiral Sir Jonathon Band sagte, sie hätten "unter sehr schwierigen Umständen außerordentlich gut reagiert". Zuvor waren die Soldaten kritisiert worden, sie hätten zu schnell aufgegeben und zu sehr mit den Iranern kooperiert, berichtete die BBC.

Die Marinesoldaten wurden zu ihrer Gefangenschaft in Iran befragt. Einige der Seeleute sollen in Iran zeitweilig in Einzelhaft gewesen sein. "Es gab Zeiten, in denen sie allein gelassen wurden", sagte ein britischer Marinesprecher ohne nähere Angaben. Die Soldaten wurden am Freitag auf einem Marinestützpunkt im Südwesten Englands über ihre knapp zweiwöchige Gefangenschaft im Iran befragt. Am Nachmittag wollten sechs Soldaten eine persönliche Erklärung abgeben.

Die 14 Männer und eine Frau waren am Donnerstag in ihre Heimat zurückgekehrt. Sie hätten "beträchtliche Würde und viel Tapferkeit" gezeigt, sagte der Oberbefehlshaber der britischen Flotte, Admiral Sir Jonathon Band. Die von einigen Soldaten vor iranischen Fernsehkameras abgelegten Geständnisse seien anscheinend unter psychologischen Druck zu Stande gekommen, meinte der Admiral.

Kontrollfahrten vorerst eingestellt

Die britische Marine hat nach Informationen der BBC ihre Kontrollfahrten im Norden des Persischen Golfs vorerst eingestellt. Die Streitkräfte wollten zunächst ihre Ermittlungen zu den Umständen der Festnahme von 15 britischen Marineangehörigen durch den Iran abschließen, berichtete der britische Rundfunksender. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in London erläuterte, dass die gemeinsamen Kontrolleinsätze mit der US-Armee fortgesetzt würden. Die britischen Streitkräfte würden aber erst zu einem späteren, noch nicht genau festgelegten Zeitpunkt wieder in vollem Umfang daran teilnehmen. (tso/dpa/AFP)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben