Großbritannien : Sohn des britischen Oppositionsführers gestorben

Der britische Oppositionsführer David Cameron trauert um seinen sechsjährigen Sohn. Der schwerbehinderte Ivan starb am Mittwoch in einem Londoner Krankenhaus.

David Cameron Foto: dpa
David Cameron trauert. -Foto: dpa

London Wie ein Sprecher der Konservativen Partei mitteilte, war das Kind mit einer zerebralen Kinderlähmung zur Welt gekommen, litt zudem unter schwerer Epilepsie und musste 24 Stunden am Tag betreut werden. Nach Expertenangaben sterben Kinder mit solchen Behinderungen oftmals bereits in den ersten zwei Lebensjahren. Der Zustand des Kindes hatte sich den Angaben zufolge in der Nacht verschlechtert, der Junge kam ins Krankenhaus, wo er wenige Stunden später starb.

Ivan war das älteste Kind von David Cameron (42) und seiner Frau Samantha, die noch eine Tochter Nancy (5) und Sohn Arthur (3) haben. Cameron ist seit 2005 Chef der Tories. Nach jüngsten Umfragen würde er Premierminister Gordon Brown bei der nächsten Parlamentswahl, die spätestens Mitte 2010 stattfindet, als Regierungschef in Downing Street Nummer 10 ablösen. Brown hatte im Januar 2002 ebenfalls ein Kind unter tragischen Umständen verloren. Seine Tochter Jennifer starb nur zehn Tage nach ihrer verfrühten Geburt an einer Hirnblutung.

Königin Elizabeth II., Premierminister Brown sowie Politiker aller Parteien sprachen dem Chef der Konservativen ihr Beileid aus. Erstmals seit dem überraschenden Herzinfarkt-Tod des damaligen Labour-Chefs John Smith im Jahr 1994 fiel wieder die Fragestunde im Parlament aus, in der sich der Oppositionsführer und der Regierungschef meist heftige Rededuelle liefern. "Jedes Kind ist kostbar und unersetzbar und sein Tod ist ein unerträglicher Kummer, den Eltern niemals erleiden sollten“, sagte Premierminister Brown im Unterhaus.

Cameron hatte sich mit seinem Sohn in den vergangenen Jahren regelmäßig in der Öffentlichkeit gezeigt und von Fotografen ablichten lassen. Noch vor ein paar Monaten präsentierte er sich mit seiner ganzen Familie auf einer Weihnachtskarte. Manche politischen Gegner hatten Cameron vorgeworfen, seine Kinder als "Requisiten“ zu missbrauchen, um ein sozialeres Bild seiner Partei zu zeichnen. Seinen Kritikern hatte er damals entgegengehalten: "Ich möchte, dass mich die Menschen zu ihrem Premierminister machen, und dafür müssen sie auch etwas über mich wissen.“ (mpr/dpa)

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