Großbritannien : Thailands Ex-Premier beantragt Asyl

Der ehemalige thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra flüchtet vor einer drohenden Haftstrafe in seiner Heimat. Wegen Korruptionsverdachtes soll er sich vor Gericht verantworten. Er zieht es vor, mit seiner Frau in Großbritannien zu leben.

BangkokDer wegen Korruption angeklagte frühere thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra will laut Medienberichten politisches Asyl in Großbritannien beantragen. Nach eigenen Angaben werde er nicht nach Thailand zurückkehren, um sich dort vor Gericht zu verantworten. "Meine Frau und ich werden in England bleiben, wo die Demokratie eine größere Rolle spielt", ließ er am Montag in einer handschriftlichen mitteilen. Thaksin und seine Frau Pojaman hielten sich am Wochenende in Peking auf, um die Olympischen Spiele zu besuchen.

Der ehemalige Ministerpräsident Thailands war im September 2006 vom Militär gestürzt worden, das ihm Amtsmissbrauch und Untergrabung der Monarchie vorwarf. Es geht um den dubiosen Kauf von Grundstücken in Bangkok aus Staatsbesitz, die Thaksins Frau Potjaman 2003 während der Amtszeit ihres Mannes weit unter Marktpreis erstand. Thaksin kritisierte die Anklagen als politische Kampagne seiner Gegner.

Thaksins Frau war Ende Juli wegen Steuerhinterziehung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Da es sich um ein Urteil in erster Instanz handelt, blieb sie gegen eine Kaution von fünf Millionen Baht (etwa 100.000 Euro) auf freiem Fuß.

Der Milliardär Thaksin, dem seit vergangenen Sommer der Fußballklub Manchester City gehört, muss sich sich wegen Korruption vor Gericht verantworten. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu 13 Jahre Haft. Thaksin war Ende Februar nach einem langen Auslandsaufenthalt in seine Heimat zurückgekehrt, wo er noch immer viele treue Anhänger hat. Seine Zeit im Ausland verbrachte Thaksin hauptsächlich in London und Hongkong. (dw/AFP/dpa)

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