Großdemonstration in der Ukraine : Tausende fordern Freilassung von Timoschenko

Bei einer Demonstration in Kiew forderte der Boxchampion Vitali Klitschko zusammen mit 15.000 Menschen die Freilassung der ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Dabei kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen mit Regierungsanhängern.

Unter dem Motto "Rise up, Urkaine!" gingen am Samstag über 15.000 Menschen in Kiew auf die Straße.
Unter dem Motto "Rise up, Urkaine!" gingen am Samstag über 15.000 Menschen in Kiew auf die Straße.Foto: dpa

Angeführt von Boxchampion Vitali Klitschko haben in Kiew am Samstag 15.000 Menschen für die Freilassung der ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko demonstriert.
Die Opposition erhöhte den Druck auf Präsident Viktor Janukowitsch, die durch die Haftstrafe belasteten Beziehungen zur EU zu verbessern. Bei Zusammenstößen mit Regierungsanhängern am Rande der Demonstration wurden laut Polizei mehrere Menschen verletzt.

Timoschenko war im August 2011 in Untersuchungshaft genommen und zwei Monate später wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Von ihren Anhängern und von der EU werden hinter dem Urteil politische Motive vermutet. Ein längst ausgehandeltes Freihandelsabkommen zwischen Kiew und Brüssel liegt deswegen auf Eis.

Sorge um ukrainische Oppositionschefin Timoschenko
Timoschenko leidet unter einem Bandscheibenvorfall und soll von deutschen Ärzten behandelt werden. Die Ukraine will sie aber nicht aus dem Gefängnis lassen.Weitere Bilder anzeigen
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26.04.2012 21:13Timoschenko leidet unter einem Bandscheibenvorfall und soll von deutschen Ärzten behandelt werden. Die Ukraine will sie aber nicht...

Klitschko, dessen Partei UDAR (Schlag) sich im Parlament dem Timoschenko-Lager angeschlossen hat, machte die Regierung für die eingetrübten Beziehungen zur EU verantwortlich. Die Hoffnungen auf einen Beitritt müssten so ein Traum bleiben. „Wie sollte das geschehen, wenn wir noch immer politische Gefangene haben“, fragte er. „Deswegen sage ich: Freiheit für Julia.“ In einer Erklärung warf er der Polizei vor, die Ausschreitungen am Samstag nicht verhindert zu haben. Die Zusammenstöße seien von „Agitatoren“ angezettelt worden, so der Oppositionspolitiker. Unter den Verletzten war auch ein Fernsehjournalist. (AFP)

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