Große Koalition : Merkel und Beck reden wieder miteinander

Wahlkämpfe in Hessen, Niedersachsen und Hamburg und Kurt Becks Erkrankung haben die Kommunikation der Koalitionspartner in letzter Zeit auf ein Minimum reduziert. Beim ersten Gespräch im Kanzleramt seit Wochen standen am Donnerstagmorgen Fachthemen im Vordergrund.

BerlinNach Wochen der Sprachlosigkeit in der großen Koalition haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Kurt Beck am Donnerstag zu einem Vier-Augen-Gespräch getroffen. Wie Regierungssprecher Ulrich Wilhelm und SPD-Sprecher Lars Kühn mitteilten, verlief das Gespräch im Berliner Kanzleramt in "guter Atmosphäre". Im Vordergrund standen den Angaben zufolge Fachthemen. Genauere Angaben machten die Sprecher nicht.

Grund für die zurückhaltende Kommunikation zwischen den Koalitionspartnern CDU/CSU und SPD waren die Wahlkämpfe in Hessen, Niedersachsen und Hamburg sowie eine zweiwöchige Erkrankung Becks. Der SPD-Chef war am Montag nach Berlin zurückgekehrt. Der Koalitionsausschuss wird erst am 28. April wieder zusammenkommen.

Im Raum steht Merkels Vorwurf des Wortbruchs an die Adresse Becks, weil dieser eine Zusammenarbeit in Hessen mit den Linken entgegen den Beteuerungen vor der Wahl zuletzt nicht mehr strikt ausgeschlossen hatte. Gesprächsbedarf gibt es in der großen Koalition auch beim Thema Mindestlohn, nachdem das Berliner Verwaltungsgericht am vergangenen Freitag die Ausweitung des Mindestlohnes für Briefzusteller auch auf die Post-Konkurrenten für rechtswidrig erklärt hatte. (nim/dpa)

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