Große Koalition : Münterfering: CDU und CSU sind "zänkische Schwestern"

SPD-Chef Franz Müntefering diagnostiziert bei der Union große Meinungsverschiedenheiten in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Schuld trage Kanzlerin Angela Merkel, die ihre Partei nicht im Griff habe.

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Franz Müntefering freut sich über die Meinungsverschiedenheiten beim Koalitionspartner. -Foto: dpa

BerlinDer SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat der Union in der Steuer- und Wirtschaftspolitik Führungslosigkeit vorgeworfen. "Das ist ein großes Durcheinander, was die veranstalten. Der eine schreit so, der andere so", sagte Müntefering bei einer Mandatsträgerkonferenz der niedersächsischen SPD in Hannover zum Streit der Schwesterparteien CDU und CSU. Das habe nichts mit politischer Führung zu tun. "Die Union ist keine Union mehr, sondern das sind inzwischen ziemlich zänkische Schwestern geworden."

Die CDU habe zwar die Kanzlerin, aber die Meinungsführerschaft im Land liege bei der SPD, sagte der Parteichef. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei im Augenblick die "Geschäftsführerin der Bundesregierung". Sie könne zwar gut erklären, "aber klären tun es der Steinbrück und der Steinmeier".

Müntefering: Kein Geld da für Steuererleichterungen

Zudem kritisierte Müntefering Forderungen nach schnellen Steuersenkungen. "Das sind Trittbrettfahrer." Sie wollten keine Arbeitsplätze schaffen, sondern lediglich die Reichen weiter entlasten. "Das ist nichts, was wir machen können, weil dafür das Geld überhaupt nicht da ist", sagte der SPD-Chef.

Seine eigene Partei rief Müntefering zu mehr Geschlossenheit und zu einem Ende der Flügelkämpfe auf. Das gemeinsame Konzept auf allen politischen Ebenen sei derzeit eine der wichtigsten Aufgaben der Partei. "Das Jahr 2009 hat einen enormen Wert für die Weichenstellung in Deutschland", da werde die Sozialdemokratie gebraucht, sagte der SPD-Chef. (jvo/dpa)

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