Politik : Große Köpfe, große Massen

Beim Weltjugendtag in Köln will der Papst Vertreter der evangelischen Kirche und des Islams treffen

Martin Gehlen

Köln - Papst Benedikt XVI. wird bei seinem Besuch des Weltjugendtages in Köln vom 18. bis 21. August die führenden Repräsentanten der Bundesrepublik sowie die Spitzenvertreter der evangelischen Kirche und des Islams treffen. Außerdem ist ein Besuch der Kölner Synagoge geplant, wie die Veranstalter des Weltjugendtages in Köln und der Vatikan am Mittwoch zeitgleich bekannt gaben. Diskussionen mit Jugendlichen jedoch sind, entgegen früheren inoffiziellen Ankündigungen der Kölner Veranstalter, nicht geplant. Benedikt XVI. wird lediglich bei einem Mittagessen im Erzbischöflichen Palais in Köln mit einigen jungen Christen zusammenkommen. Vor 25 Jahren, beim ersten Deutschlandbesuch von Vorgänger Johannes Paul II. hatten kritische Fragen einer jungen Katholikin in München an das katholische Oberhaupt zu Verstimmungen zwischen Rom und Deutschland geführt. Der damals amtierende Erzbischof von München war der heutige Papst, Joseph Ratzinger.

Benedikt XVI. wird bei seinem Eintreffen am Donnerstag auf dem Flughafen Köln/Bonn von Bundespräsident Horst Köhler begrüßt, den er dann am Freitag in der Villa Hammerschmidt in Bonn trifft. Am Samstagvormittag empfängt der Papst Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (beide SPD), die CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin Angela Merkel sowie NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU).

An dem Ökumene-Treffen am Freitagabend in Köln nehmen rund 30 Spitzenvertreter von Protestanten und Orthodoxen teil. Darunter sind der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Hans Christian Knuth aus Schleswig und der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich.

Auf Bitten der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) empfängt der Papst am Samstagabend auch zehn Vertreter muslimischer Gemeinschaften, darunter den Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime, Nadeem Elyas.

Ein wichtiges Signal ist auch der für Freitag, den 19. August, vorgesehene Besuch der Kölner Synagoge. Die jüdische Gemeinde der Domstadt zählt mit über 1700 Jahren zu den ältesten Gründungen nördlich der Alpen.

Nach seiner Ankunft auf dem Köln-Bonner Flughafen macht der Papst am 18. August eine Schifffahrt auf dem Rhein und will vom Wasser aus in Höhe der Poller Rheinwiesen zu den hunderttausenden Jugendlichen aus aller Welt sprechen. Am letzten Abend des Weltjugendtags wird der Papst dann auf dem Marienfeld, einem ehemaligen Braunkohletagebau bei Kerpen, an einem Nachtgebet teilnehmen. Geplant ist, dass die etwa 800 000 Jugendlichen die Nacht zum Sonntag im Freien verbringen. Am Sonntag wird der Papst dann mit ihnen die Abschlussmesse feiern.

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