Politik : Großes Aufgebot

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Aus einem tristen DDR-Plattenbau-Komplex auf einer Wiese 25 Kilometer südlich von Rostock ist für den G-8-Gipfel die modernste Einsatzzentrale des Landes geworden: Aus 160 Büros in den alten Gebäuden der DDR- Bereitschaftspolizei wird von 550 Mitarbeitern der Einsatz der etwa 16 000 Polizisten koordiniert, die die Politiker der Welt vor gewalttätigen Angriffen schützen und den Ansturm von 100 000 Globalisierungsgegnern managen sollen. G-8-Gegner werden dem Gelände nur unfreiwillig nahekommen: Das einzige Gebäude in der Nähe ist das Gefängnis Waldeck. Seit November arbeiten in dem 5100 Quadratmeter großen Komplex Beamte der für den Gipfel gebildeten „Besonderen Aufbauorganisation (BAO) Kavala“. Den exotischen Namen „Kavala“ hat Einsatzleiter Knut Abramowski ausgesucht. So heißt eine griechische Stadt an der Ägäis – „weiße Stadt am Meer“ –, und so wirbt auch Heiligendamm. Abramowski verspricht: „Im Sinne des Grundgesetzartikels 8 werden wir die Versammlungsfreiheit gewährleisten und friedliche Demonstrationen schützen.“ Er hofft, dass – anders als etwa in Genua 2001 – Bilder von Demos als „bunten, fröhlichen Veranstaltungen um die Welt gehen“. Deeskalieren sollen auch Kulturfestivals und ein großes Aufgebot an Prominenten. Den Verhandlungsort in Heiligendamm schützt ein zwölf Kilometer langer Zaun für 12,5 Millionen Euro, der nur mit Sonderausweisen passiert werden kann und selbst im Meer an den Zaunenden durch stabile Netze verbunden wird. PA/cwe

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