Großfahndung : Eta tötet in Frankreich Polizisten

Terroralarm im Großraum Paris: Nach einer Schießerei mit mehreren Eta-Terroristen, bei der ein französischer Beamter getötet wurde, hat Frankreichs Polizei eine Großfahndung eingeleitet.

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Nach der Schießerei. Beamte vor der Polizeistation in Dammarie-les-Lys.Foto: dpaepa

Terroralarm im Großraum Paris: Nach einer Schießerei mit mehreren Eta-Terroristen, bei der ein französischer Beamter getötet wurde, hat Frankreichs Polizei eine Großfahndung eingeleitet. Unmittelbar nach dem Schusswechsel vom Dienstagabend rund 50 Kilometer südlich von Paris wurde einer der baskischen Terroristen festgenommen.

Erst vor knapp drei Wochen war der Polizei in der französischen Normandie der mutmaßliche Eta-Chef Ibon Gogeaskoetxea ins Netz gegangen. Spaniens Ministerpräsident Jose Luis Zapatero bedauerte, dass Frankreich für den gemeinsamen Kampf gegen die Terrororganisation aus dem nordspanischen Baskenland „einen hohen Preis“ zahlen musste. Beide Länder, sagte Zapatero, werden die „unnachgiebige“ Verfolgung der Terroristen weiterführen. In einem Telefongespräch vereinbarte er mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, die gemeinsamen Anstrengungen „bei der Ausrottung der Plage Terrorismus zu verdoppeln“, wie ein spanischer Regierungssprecher sagte.

Spanien und Frankreich jagen die Eta, die mehrere hundert bewaffnete Mitglieder hat, schon länger mit gemeinsamen Antiterrorkommandos. Die jüngste Terrorattacke ereignete sich in der Kleinstadt Dammarie-les-Lys in der Nähe von Paris. Eine Polizeipatrouille wollte mehrere Wagen stoppen, die gerade vom Gelände eines Autohändlers gestohlen worden waren. Bei einer Kontrolle seien Waffen gefunden worden, die Polizisten hätten den Verdächtigen daraufhin Handschellen anlegen wollen. In diesem Moment seien zwei weitere Autos aufgetaucht. Aus einem dieser Fahrzeuge, in dem vermutlich zwei Eta-Terroristen saßen, wurde sofort auf die Beamten geschossen. Ein 52-jähriger Polizist wurde dabei, obwohl er eine kugelsichere Weste trug, tödlich verletzt.

Es ist das erste Mal, dass die Eta, die ihre Wurzeln im nordspanischen Baskenland hat, einen französischen Polizisten ermordet hat. Nur einer der vermutlich sechs oder sieben in den Überfall verwickelten Eta-Terroristen konnte am Tatort festgenommen werden. Es handelt sich nach Angaben des spanischen Innenministeriums um den 23-jährigen Joseba Fernandez Aspurz, gegen den in Spanien bereits wegen mehrerer terroristischer Attacken ermittelt wird und gegen den Haftbefehl bestand. Er gab sich bei seiner Festnahme, wie bei Mitgliedern der baskischen Terrororganisation üblich, umgehend als Eta-Mitglied zu erkennen. Die Identität der übrigen Eta-Terroristen ist unklar.

Die Antiterrorfahnder gehen davon aus, dass die Eta in Frankreich über eine umfangreiche Infrastruktur verfügt. Seit Jahren benutzt die gewalttätige Separatistenorganisation, welche die Unabhängigkeit des Baskenlandes erzwingen will, das Nachbarland Frankreich als Rückzugsbasis. Diebstähle von Autos, Waffen und Sprengstoffen in Frankreich, die später bei Anschlägen in Spanien benutzt werden, halten die französische Polizei seit Jahren in Atem. Nach dem Ende des Waffenstillstandes Ende 2006, den die Eta mit einem Bombenanschlag am Madrider Flughafen beendete, haben die Terroristen 13 Menschen getötet, darunter sechs Polizisten. In Spanien ermordete die Eta zuletzt im vergangenen Sommer auf Mallorca zwei Beamte mit einer Autobombe. Seit Gründung der Eta vor 50 Jahren fielen schon fast 850 Menschen dem Terror der Separatisten zu Opfer. mit AFP

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