Großmächte : Russland: USA schüren Spannungen im Kaukasus

Unmittelbar vor dem Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice in Georgien hat Russland den USA vorgeworfen, Konflikte im Kaukasus zu verschärfen. Rice hatte Russland zuvor ähnliches zur Last gelegt.

MoskauRusslands Außenministerium schießt zurück: Wer im Konflikt um die abtrünnigen georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien "die Provokateure schützt und Moskau für alles verantwortlich macht, erweist der georgischen Regierung einen Bärendienst", teilte das russische Außenministerium am Mittwoch in Moskau mit. Das "Treiben Georgiens" stelle eine Gefahr für "das Land und die Sicherheit im Südkaukasus" dar. Die Region werde so auf die "Schwelle zu einem neuen bewaffneten Konflikt" geführt, der "unvorhersehbare Folgen" haben werde, hieß es in der Erklärung weiter.

Rice hatte am Dienstag in Prag gesagt, dass "einige Schritte" Russlands in den vergangenen Monaten die Spannungen in der Region verschärft hätten. "Georgien ist ein unabhängiger Staat und muss auch wie einer behandelt werden", sagte sie. Rice besucht am Mittwochabend die georgische Hauptstadt Tiflis, wo sie mit Präsident Michail Saakaschwili zu Abend essen soll.

Südossetien und Abchasien hatten sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre in Unabhängigkeitskriegen von Georgien gelöst. Völkerrechtlich gehören sie weiter zu Georgien, wirtschaftlich sind sie jedoch von Russland abhängig. Nach der Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch den Westen im Februar hatte Russland eine Verstärkung seiner Beziehungen zu den abtrünnigen Regionen angekündigt. (mhz/AFP)

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