Politik : Grüne: Fischer kandidiert - Parteirat soll die Arbeit auf Bundesebene koordinieren

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Außenminister Joschka Fischer wird sich zum ersten Mal auf einem Parteitag der Grünen zur Wahl stellen. Am Sonnabend kandidiert der Politiker, der häufig als "heimlicher Vorsitzender" seiner Partei bezeichnet wird, in Münster für den neugeschaffenen Parteirat. Das teilte er Parteigeschäftsführer Reinhard Bütikofer am Mittwoch in Berlin telefonisch mit. Das Gremium soll die Arbeit der Grünen auf Bundesebene koordinieren. Außer den beiden Parteisprechern und dem Bundesgeschäftsführer gehören ihm 13 gewählte Mitglieder an. Neben den Landesministern Bärbel Höhn (Düsseldorf) und Klaus Müller (Kiel) hatten bereits die Fraktionschefs der Grünen im Bundestag, Kerstin Müller und Rezzo Schlauch, sowie die Bundesminister Andrea Fischer (Gesundheit) und Jürgen Trittin (Umwelt) ihre Kandidatur erklärt.

Außenminister Joschka Fischer hatte lange gezögert, für das neue Koordinationsgremium anzutreten, das Vorstands- und Regierungsarbeit im Bund sowie zwischen Bund und Ländern besser als bisher verzahnen soll. Fischer hat sich noch nie den Delegierten eines Grünen-Parteitags zur Wahl gestellt. Er ist aber wiederholt mit seinen Positionen gescheitert, so etwa jüngst zur Parteireform. Auf einem Parteitag im vergangenen Jahr in Bielefeld hatte er dagegen die Delegierten von der Richtigkeit des deutschen militärischen Engagements im Kosovo überzeugen können. Wie aus Kreisen der Grünen verlautet, hatte der Minister gefürchtet, er könne durch eine Wahlniederlage politisch beschädigt werden.

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