Politik : Grüne machen Druck auf Vattenfall

Berlin - Im Kampf gegen Kohlekraftwerke tun sich die Grünen immer öfter mit ihren europäischen Schwesterparteien zusammen. In der Auseinandersetzung um das geplante Steinkohlekraftwerk des dänischen Dong-Konzerns in Greifswald haben dänische und deutsche Grüne sich bereits abgestimmt. Und auch im Streit mit dem schwedischen Stromkonzern Vattenfall wollen die Grünen mit ihren schwedischen Parteifreunden kooperieren. Per Bolund, einer von 19 Grünen im schwedischen Reichstag, hat deshalb die Lausitz, Berlin und Hamburg besucht und sagt: „Vattenfall zerstört die Reputation Schwedens beim Klimaschutz.“ Mit Blick auf die EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2009 wollen die schwedischen Grünen Druck auf die Regierung und den Staatskonzern Vattenfall machen, um neue Braunkohletagebaue und Kohlekraftwerke in Deutschland zu verhindern.

Vattenfall produziere alleine in Deutschland 77,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) jährlich, argumentiert Bolund. Der CO2-Ausstoß von ganz Schweden liege gerade mal bei 65 Millionen Tonnen, Vattenfall insgesamt bringe es auf 90 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. Bolund findet, dass Schweden auch über das eigene Land hinaus Verantwortung hat. Zudem kritisiert er, dass Vattenfall zwar hohe Investitionen in erneuerbare Energiequellen wie etwa Windparks angekündigt habe. Doch 2007 „hat Vattenfall null Euro in erneuerbare Energien investiert“, sagte er dem Tagesspiegel. deh

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