"Grüne Revolution" : Frankreich verabschiedet neues Umweltgesetz

Der Verkauf herkömmlicher Glühbirnen wird verboten, die Fläche der Biolandwirtschaft vergrößert, das Bahnnetz ausgebaut. Sogar Plastiktüten werden besteuert. Der französische Umweltminister spricht von einem "weltweit ziemlich einzigartigem" Entwurf.

Borloo
Mit einem neuen Umweltgesetz will der französische Umweltminister Jean-Louis Borloo den Kohlendioxid-Ausstoß beträchtlich senken....Foto: dpa

ParisMit überwältigender Mehrheit und Unterstützung der Opposition haben die französischen Abgeordneten ein Umweltgesetz gebilligt, mit dem die Regierung eine "grüne Revolution" herbeiführen will. Frankreichs Umweltminister Jean-Louis Borloo nannte das Abstimmungsergebnis am Dienstagabend "geschichtsträchtig", nachdem die Nationalversammlung den Entwurf mit 526 zu vier Stimmen verabschiedet hatte. Der Text, der die wesentlichen Ergebnisse einer von Präsident Nicolas Sarkozy einberufenen Umweltkonferenz vor einem Jahr aufgreift, sei "weltweit ziemlich einzigartig", sagte Borloo. Auch die sozialistische Opposition unterstützte das Gesetz, bei dem der Kampf gegen den Klimawandel im Mittelpunkt steht.

Reduzierung der Treibhausgase auf ein Viertel

Unter anderem will die konservative Regierung ab übernächstem Jahr den Verkauf herkömmlicher Glühbirnen zu Gunsten von Energiesparlampen untersagen, die Fläche der Biolandwirtschaft bis 2020 auf ein Fünftel des Gesamtanbaus ausweiten und 2000 Kilometer Bahnstrecken für Hochgeschwindigkeitszüge ausbauen. Bis zum Jahr 2050 will Frankreich den Ausstoß an Treibhausgasen auf ein Viertel dessen bringen, was noch 1990 an Emissionen entstanden war.

Der Finanzausschuss der Nationalversammlung nahm derweil den Antrag der konservativen Regierungsmehrheit an, eine Steuer auf in Frankreich viel genutzten Plastiktüten einzuführen. Bei kleinen Tüten für Obst und Gemüse sollen 0,10 Euro Abgaben anfallen, bei normalen Einkaufstüten 0,15 Euro. Über diesen Vorschlag wird im Rahmen der Haushaltsberatungen noch abzustimmen sein. Er zielt ebenfalls darauf ab, den Ausstoß an schädlichem Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre zu senken. (ah/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben