Politik : Grüne sehen für Ampel schwarz

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Berlin Die Spitze der Grünen-Bundespartei hat Überlegungen des hessischen Grünen-Vorsitzenden Matthias Berninger zu einer möglichen Ampelkoalition von SPD, Grünen und FDP scharf zurückgewiesen. „Wir bleiben bei unserer klaren Haltung: Die Partei der sozialen Kälte und der ökologischen Unvernunft ist für uns kein Partner“, erklärten Claudia Roth und Reinhard Bütikofer am Mittwoch. Für eine Ampel stünden die Grünen nicht zur Verfügung. Als dritte Kraft wolle die Partei entweder die rot-grüne Koalition erneuern „oder aus der Opposition heraus ein Gegengewicht bilden zu einer großen Koalition unter Angela Merkel“. Berninger, der Staatssekretär im Verbraucherministerium ist, hatte eine Koalition mit SPD und FDP ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Grüne Erfolge zu verteidigen werde „in der Regierung besser gelingen als in der Opposition“, sagte er am Tag zuvor dieser Zeitung..

Auch NRW-Landeschef Frithjof Schmidt kritisierte am Mittwoch Berningers Äußerungen zur Ampelkoalition. „Der Vorschlag ist politischer Unfug. Die Grünen und die FDP sind wie Feuer und Wasser“, sagte er dem Tagesspiegel.

Bundeskanzler Gerhard Schröder warnte die SPD vor neuen Spekulationen über mögliche Koalitionen. Es seien alle gut beraten, sich ausschließlich auf den Wahlkampf zu konzentrieren, „statt unsinnige und völlig überflüssige Betrachtungen des politischen Kaffeesatzes vorzunehmen“, sagte er der hannoverschen „Neuen Presse“. SPD-Vize Kurt Beck hatte zuvor weder eine Ampel noch eine große Koalition ausgeschlossen.

Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel bekräftigte ihre Absicht, eine große Koalition zu verhindern. Die CDU-Politikerin sagte am Mittwoch voraus, falls es keine schwarz-gelbe Mehrheit gebe, würden „alle anderen Versuche gemacht seitens der anderen, einschließlich Rot-Rot-Grün“. has/hmt

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