Politik : Grüne wollen Göring-Eckardt als Bundestagsvizepräsidentin

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Berlin Die bisherige Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt ist für das Amt der Bundestagsvizepräsidentin nominiert worden. Bei der Abstimmung in der Fraktion erhielt die 39-Jährige am Dienstag 36 Ja- und acht Nein-Stimmen, drei Abgeordnete enthielten sich. In der Sitzung am Dienstag hatte zuvor die Staatssekretärin im Familienministerium und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (53), erklärt, dass sie auf eine Bewerbung verzichte.

Göring-Eckardt war bei der Neuwahl der Fraktionsspitze vergangene Woche gegen Renate Künast und Fritz Kuhn unterlegen. Beide neuen Fraktionschefs hatten sich im Vorfeld der gestrigen Sitzung für die Wahl Göring-Eckardts ausgesprochen. Nach dem Scheitern der Thüringerin bei der Wahl der Fraktionsspitze und der Niederlage des Verbraucherstaatssekretärs Matthias Berninger (34) gegen Volker Beck (44) im Streit um das Amt des Parlamentarischen Geschäftsführers hatten jüngere Abgeordnete geklagt, sie würden von der „Gründergeneration“ ausgegrenzt und eine Berücksichtigung ihres Alters bei zu wählenden Posten verlangt.

Göring-Eckardt zählt als junge Ostdeutsche nicht zum klassisch linken Gründermilieu der Grünen. Die Protestantin gilt auch wegen ihres Bekenntnisses zu Werten in der Politik als glaubhafte Vertreterin möglicher schwarz-grüner Optionen. Nach der Nominierung sagte die Politikerin, das Vizepräsidenten-Amt ermögliche „politische Gestaltungsarbeit“. Sie wolle Debatten über Wirtschaftsethik in der Globalisierung, Kinderarmut, Zusammenhalt in der Gesellschaft, Ökologie und Menschenrechte vorantreiben: „Ich habe den Eindruck, dass der Wunsch nach solchen Grundsatzdebatten bei vielen in der Bevölkerung sehr groß ist.“

Im Vorfeld der Sitzung hatten Abgeordnete der neuen Fraktionsführung vorgeworfen, sie hätte vor einem Bekenntnis zu Göring-Eckardt erst die Fraktionsmitglieder befragen müssen. hmt

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