• Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt: "Es wird lebendig und kräftig und schärfer werden"

Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt : "Es wird lebendig und kräftig und schärfer werden"

Welche Lehren ziehen die Grünen aus der Wahl? Nach dem Absturz in Nordrhein-Westfalen will die Partei deutlicher machen, wofür sie bei der Bundestagswahl kämpft.

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Die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion und Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt
Die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion und Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, Katrin Göring-EckardtFoto: dpa/Soeren Stache

Katrin Göring-Eckardt antwortet mit einem Bibelzitat, aus dem Brief an die Hebräer, Kapitel 4: Es werde „lebendig und kräftig und schärfer“ werden, sagt die Spitzenkandidatin der Grünen im Bund. Ein Journalist hatte wissen wollen, welche Lehren sie selbst aus der Wahlniederlage der Grünen in Nordrhein-Westfalen ziehe, bei der die Partei auf 6,4 Prozent abgestürzt war.

Lebendig und kräftig und schärfer – was heißt das konkret? Die Grünen müssten erklären, was ihre Konzepte mit dem Alltag der Menschen zu tun hätten, sagt Göring-Eckardt. Sie müssten deutlicher machen, für welche Themen sie mit Leidenschaft kämpften. Und in bestimmten Fragen werde sie selbst auch stärker den Angriff suchen, kündigt Göring-Eckardt an – auch wenn sie sich als Person nicht verbiegen werde.

Grüne Jugend fordert vom Spitzenduo die "Bereitschaft, Konflikte einzugehen"

Mehr Angriffslust wünscht sich auch die Grüne Jugend von den Spitzenkandidaten Göring-Eckardt und Cem Özdemir. Die Grünen müssten eine „klare und glaubwürdige Gegenstimme“ zum „krassen Rechtsruck“ sein, der sich bei der Landtagswahl in NRW gezeigt habe, sagte Bundessprecherin Jamila Schäfer dem Tagesspiegel. Dazu gehöre, „unsere Überzeugungen noch viel entschlossener gegen Widerstände zu verteidigen“. Natürlich erfordere das „auch die Bereitschaft, Konflikte einzugehen“, sagt Schäfer an die Adresse des Spitzenduos.

Doch auch wenn erste Kritik laut wird: Göring-Eckardt selbst rechnet nicht damit, dass das Spitzenduo in den nächsten Wochen infrage gestellt wird. Sie habe nicht den Eindruck, dass bei den Grünen in erster Linie Personaldebatten geführt würden. Debatten gebe es vor allem über das Wahlprogramm, das beim Parteitag im Juni in Berlin beschlossen werden soll.

Grüne dürfen Sicherheitsfrage nicht ignorieren

Die Grünen müssen künftig nach Ansicht von Göring-Eckardt stärker gegen das Image als wirtschaftsfeindliche Partei angehen. Die „Verbindung von Ökonomie und Ökologie“ sei in Nordrhein-Westfalen nicht als Zukunftsperspektive verstanden worden – in Schleswig-Holstein hingegen schon. Im Wahlkampf habe außerdem die Sicherheitsfrage eine große Rolle gespielt, auch für Grünen-Wähler. Auch wenn das Thema nicht im Zentrum des Grünen-Wahlkampfs stehen werde, dürfe man es „nicht ignorieren“ – etwa wenn es um Frauenrechte gehe oder um die Frage, wie man sicher in der Stadt leben könne.

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