Politik : Grünen-Sprecher skeptisch gegenüber neuer Streckenführung

Matthias Meisner

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Albert Schmidt, hat erhebliche Zweifel daran geäußert, dass der Bau des Transrapid in Deutschland noch sinnvoll ist. Schmidt reagierte damit am Donnerstag auf den Vorschlag der Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Elke Ferner, die vorgeschlagen hatte, den Transrapid auf einer anderen Strecke als zwischen Berlin und Hamburg zu bauen. Ferner hatte erklärt, mit dieser Strecke habe man "nicht unbedingt die günstigste ausgewählt". Es bestehe immer noch die Möglichkeit, "eine andere, deutlich kürzere Strecke zu finden".

Schmidt sagte dem Tagesspiegel dazu: "Das wäre dann eine völlig neue Geschichte. Wenn der Transrapid zwischen Hamburg und Berlin nicht gebaut werden sollte, dann ist dieses Kapitel erst einmal erledigt." Bei Überlegungen zu einer neuen Streckenführung müsse geprüft werden, ob das dann noch wirtschaftlich darstellbar und verkehrspolitisch sinnvoll sei. Er persönlich zweifle, ob in Deutschland eine passende Strecke gefunden werden könne, sagte der Grünen-Politiker. Zudem würde eine neue Projektierung sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Die 6,1 Milliarden Mark, die im Bundeshaushalt für den Transrapid auf der Strecke Hamburg - Berlin eingeplant seien, könnten nicht ohne weiteres auf ein anderes Projekt übertragen werden.

Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) forderte unterdessen ein klares Bekenntnis der rot-grünen Bundesregierung zum Transrapid. Sie solle umgehend eine Entscheidung zum Bau der Magnetschwebebahn herbeiführen, erklärte Diepgen am Donnerstag. Die Bundesregierung mache sich unglaubwürdig, wenn sie auf einmal den Vorschlag einer kurzen Teststrecke ins Spiel bringe.

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