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Grünes Spitzenduo : Göring-Eckardt und Trittin wollen breites Wählerspektrum ansprechen

10.11.2012 14:14 Uhrvon
Die Grünen-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013: Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt.Bild vergrößern
Die Grünen-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013: Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt. - Foto: dpa

UpdateBundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt und Fraktionschef Jürgen Trittin werden die Spitzenkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl 2013. Vor allem Göring-Eckhardt hat die "bürgerliche Mitte" im Visier.

Die Grünen ziehen mit dem Duo Jürgen Trittin und Karin Göring-Eckardt in den Bundestagswahlkampf. Von 35.065 abgegebenen Stimmen votierten bei der Urwahl 71,9 Prozent für den Grünen-Fraktionschef Trittin, 47,3 Prozent für die Bundestagsvizepräsidentin und Präses der Evangelischen Synode, Göring-Eckardt. Fraktionschefin Künast kam auf 38,6 Prozent. Parteichefin Claudia Roth kam lediglich auf 26,2 Prozent.

Der beste der anderen weitgehend unbekannten Kandidaten Patrick Held kam auf 2,4 Prozent. Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke bewertete das Ergebnis als "weise Balance zwischen Kontinuität und Erneuerung". Trittin stehe als "Anwalt für den Atomausstieg" und Spitzenkandidat für das grüne Profil. Göring-Eckardt vertrete als "Anwältin der Ärmsten" das Sozialthema. Damit ist bei den Grünen auch die Flügelarithmetik durch die beiden Kandidaten abgedeckt. Trittin zählt zum linken Lager, die 46-jährige Göring-Eckardt gehört zum realpolitischen Flügel.

Göring-Eckhardt unterstrich bei ihrem ersten Auftritt nach der Urwahl auch, dass die Grünen eine breite Wählerschicht ansprechen wolle. Die jüngsten Erfolge der Grünen in Baden-Württemberg zeigten, „dass die bürgerliche Mitte eine bessere Gesellschaft will“. Die Grünen wollten einen Kurs einschlagen, „der für Zusammenhalt steht“. Jürgen Trittin wiederum sagte auf der gemeinsam mit Göring-Eckhardt abgehaltenen Pressekonferenz, die Partei müsse das gesamte Spektrum an Themen abbilden. Beide Kandidaten machten deutlich, dass sie nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr die Ablösung von Schwarz-Gelb durch eine rot-grüne Koalition anstreben. Es gehe um „Grün oder Merkel“, sagte Göring-Eckardt. „Deutschland braucht einen Kurswechsel“, betonte Trittin. „Wir wollen einen grünen Wandel.“

Bundesgeschäftsführerin Lemke wertete die Urwahl als "vollen Erfolg. Die Politik muss aus den Hinterzimmerentscheidungen raus". Das lege sie anderen Parteien ans Herz. Ob Claudia Roth angesichts des Ergebnisses in einer Woche auf dem Bundesparteitag in Hannover kandidiert, ist offen. Die 56-jährige Parteichefin sagte zuvor, sie kandidiere unabhängig von dem Ergebnis der Urwahl. Die bayerischen Grünen werden demnächst ihre Landesliste für die Bundestagswahl 2013 aufstellen. Roth ist designierte Spitzenkandidatin. Grünen-Landeschef Dieter Janecek aus Bayern sagte dem Tagesspiegel: "Ich freue mich über das Ergebnis der Urwahl. Damit wurde dem Wunsch nach Erneuerung entsprochen. Mit den Kandidaten ist die Partei breit aufgestellt." Janecek betonte, dass "wir bayerischen Grünen ganz klar hinter Claudia Roth stehen". Es sei unstrittig, dass sie als Parteichefin weitermachen solle.

Boris Palmer, der grüne Oberbürgermeister aus Tübingen, sagte nach dem Urwahlausgang: "Das ist für mich der schönste Tag in der grünen Partei seit der Wahl von Kretschmann. Ich sehe mit dem Duo hervorragende Aussichten bei der Bundestagswahl."

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