Guatemala : Álvaro Colom neuer Präsident Guatemalas

Der Sozialdemokrat Álvaro Colom gewann klar die Präsidentschaftswahl in Guatemala und stach überraschend seinen Gegner, den ehemaligen General Molina, aus.

Guatemala-StadtFür den Mitte-Links-Politiker Colom stimmten gestern laut Wahlkommission 52,7 Prozent der Wähler. Sein Herausforderer, der General im Ruhestand Otto Pérez Molina, kam auf 47,3 Prozent. Pérez hatte in den letzten Umfragen vor der Stichwahl stets leicht vor Colom geführt. Noch in der Nacht zum Montag erkannte er seine Niederlage an und versprach eine konstruktive Oppositionspolitik.

Der Wirtschaftsingenieur Colom wird am 14. Januar 2008 als sechster demokratisch gewählter Präsident Guatemalas die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Óscar Berger übernehmen. Von Gefühlen überwältigt feierte der 56-Jährige mit Hunderten Mitgliedern seiner Nationalen Einheitspartei der Hoffnung (UNE) den von vielen zuletzt nicht erwarteten Triumph. "Schon morgen" werde er mit den Vorbereitungen für einen Wandel in Guatemala beginnen, rief er seinen Sympathisanten zu. Erneut versprach er, Guatemala Versöhnung und soziale Gerechtigkeit zu bringen.

Der Wahlkampf war von Gewalt begleitet

Gewalttaten und Morde hatten den Wahlkampf in den vergangenen Wochen und Monaten überschattet. Coloms Wahlkampfchef José Carlos Marroquin hatte vor wenigen Tagen das Handtuch geworfen, weil er zahlreiche Morddrohungen erhalten hatte. Am helllichten Tag wurde zudem eine Mitarbeiterin von Pérez Molina ermordet. Insgesamt starben rund ein Dutzend Menschen im Zusammenhang mit den Wahlen eines gewaltsamen Todes - Deputierte, Kandidaten, Aktivisten und deren Familienangehörigen.

Zentrales Wahlkampfthema waren Anarchie, mangelnde Sicherheit so wie die Unterwanderung des Staates, seiner Institutionen und der Parteien durch die Organisierte Kriminalität. Guatemala gehört mit El Salvador und Honduras zu den Ländern mit den meisten Morden in Amerika. Über zehn Morde sind es im Schnitt pro Tag. Gegen die ausufernde Kriminalität bot Pérez Molina die Politik der harten Hand an. Damit hatte er gegenüber Colom in den vergangenen Wochen zwar aufgeholt, aber nicht gesiegt. (mit dpa)

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