Politik : Günter Grass – neu gelesen

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Unter Verschluß liegt es.

Es kommt nicht oft vor.

Wirft seinen Schatten: es.

Und atmet laut durch die Nase,

hüstelt, nähert sich: es tritt ein.

Wenn sie,

die Tür,

nicht schließen will,

weil sich das Holz verzogen hat,

weil sich ein Haar ins Schloß

geschlichen, weil eine Schulter …

Wenn sie

nicht schließt,

die Tür,

und Zugluft die alten Papiere

wach hält, weiß ich,

es kommt Besuch.

Den Fuß hält es zwischen.

Es klopft nicht an.

Sitzt schon, bevor es eingetreten.

Und will nicht gehen,

bevor es verjährt.

Aus: Günter Grass, Wörter auf Abruf.

77 Gedichte.

Verlag Klaus Wagenbach,

Berlin 2002

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