Politik : Guerilla protestiert gegen Privatisierung der Elektrizitätswerke

Ein durch Guerilla-Anschläge verursachter Stromausfall hat am Dienstag die kolumbianische Hauptstadt Bogota ins Chaos gestürzt. Der Verkehr in den Straßen der Millionenstadt kam zum Erliegen, weil die Ampeln ausfielen. Dutzende Menschen mussten aus stecken gebliebenen Aufzügen gerettet werden, wie die Feuerwehr mitteilte. Aus Furcht vor Plünderungen im Schutz der Dunkelheit verstärkte die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen. Von den Stromausfällen waren acht der 32 Provinzen betroffen und damit rund ein Drittel der Bevölkerung. Die Regierung schreibt die Anschläge auf Hochspannungsmasten der linksgerichteten Guerilla Nationales Befreiungsheer (ELN) zu. Diese hatte bereits in der Vergangenheit mit Anschlägen auf die Stromversorgung gegen die geplante Privatisierung der Elektrizitätswerke protestiert.

In Bogota schlossen die meisten Banken wegen des Stromausfalls, in anderen arbeiteten die Angestellten bei Kerzenlicht. Auch das Parlament musste seine erste Sitzung nach der Sommerpause vorzeitig beenden. Laut offiziellen Angaben entstand ein wirtschaftlicher Schaden von umgerechnet rund 20 Millionen Mark. Nach sieben Stunden ohne Strom konnten die Elektrizitätswerke die Versorgung in 60 Prozent der betroffenen Regionen wieder herstellen.

Die ELN ist mit etwa 5000 Kämpfern die zweitgrößte Guerilla des Landes. Auch gegen die Privatisierung der Erdölgewinnung leistete sie gewaltsamen Widerstand.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar