Politik : Guidos Gummiprofil

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Seit Wochen und Monaten wird viel geraunt und gerätselt über das echte Profil der FDP. Stimmt es denn wirklich, dass die Liberalen dank Guido-Jürgen Möllewelle zur reinen Spaßpartei verkommen sind? Und wenn ja, handelt es sich dann um eine Spaßpartei „für das ganze Volk“ (Eigenwerbung) oder hat am Ende doch nur der nichtjüdische Teil der Bevölkerung etwas zu lachen? Vielleicht ist die FDP aber immer noch die Partei der Bürgerrechte, ganz wie früher. Vielleicht erkennt man das wahre liberale Profil im Moment nur deshalb nicht so gut, weil zu viele Fallschirme und andere halbseidene Produkte es ein wenig verdecken.

Oder beschränkt sich das Profil der FDP am Ende auf die Rillen im Reifen des Guidomobils? Ein etwas gemeiner Gedanke, zugegeben, auf den wir aber zum Glück nicht selbst gekommen sind. Unser neues, hochmodernes, aber offensichtlich nicht sehr Liberalenfreundliches Rechtschreibprogramm ist schuld. Bisher hatte es sich nicht so sehr für Politik interessiert. Den Abgeordneten Dieter Wiefelspütz von der SPD – immerhin innenpolitischer Sprecher seiner Partei – kannte es zum Beispiel nicht und wollte den armen Mann partout in Herrn Witzgelüst oder Herrn Wiesenblüte umtaufen.

Bei Guido Westerwelles Wahlkampfbus aber kam das Rechtschreibprogramm auf eine Idee, die auch von politischem Tiefsinn zeugen könnte. Zumindest aber von kabarettistischem. Statt „Guidomobil“ schlägt es hartnäckig „Gummiprofil“ vor. Sie, liebe Leser, wissen also, wer am Werke war, sollten Sie künftig in dieser Zeitung den Satz lesen: „FDP-Parteichef Guido Westerwelle hat am Freitag einen Lackschaden in seinem Gummiprofil beklagt.“ Markus Feldenkirchen

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