Gute Nachrichten für Obama : Arbeitslosenzahl in den USA deutlich gesunken

Gute Nachrichten für den wahlkämpfenden Präsidenten: Die Arbeitslosigkeit hat im September den niedrigsten Stand seit seinem Amtsantritt erreicht. Sein Herausforderer Mitt Romney zweifelt an einer echten Erholung auf dem Arbeitsmarkt und nahm eine umstrittene Aussage wieder zurück.

Unterstützer von Barack Obama werben mit der gesunkenen Arbeitslosenzahl.
Unterstützer von Barack Obama werben mit der gesunkenen Arbeitslosenzahl.Foto: AFP

Einen Monat vor der Wahl in den USA treffen für Präsident Barack Obama gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt ein. Die Arbeitslosenquote fiel im September auf den niedrigsten Stand seit seinem Amtsantritt, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Herausforderer Mitt Romney lieferte eine späte Entschuldigung für seine Aussage, „47 Prozent“ der Wähler würden wegen ihrer Abhängigkeit vom Staat ohnehin Obama wählen.

Die Arbeitslosenquote lag im September bei 7,8 Prozent, so niedrig wie seit Januar 2009 nicht mehr. Im August hatte die Quote noch bei 8,1 Prozent gelegen. Der deutliche Rückgang um 0,3 Prozentpunkte erklärt sich durch eine Bereinigung der Arbeitslosenzahlen von Juli und August: In beiden Monaten entstanden mehr Jobs als bisher in den Statistiken des Arbeitsministeriums auftauchten. Vor allem im öffentlichen Sektor wurden demnach im Sommer mehr Stellen aufgebaut als zuvor bekannt.
Im September schuf die US-Wirtschaft den Angaben zufolge nur 114.000 neue Jobs - ein Minus von 20 Prozent im Vergleich zu den bereinigten August-Daten. Die Zahl lag unter den Erwartungen von Experten, die mit einem Anstieg der Beschäftigten um 120.000 gerechnet hatten. Insgesamt waren in den USA im September 12,1 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet.

Die hohe Arbeitslosigkeit ist ein wichtiges Thema im Präsidentschaftswahlkampf. Romney wirft dem Präsidenten vor, mit seiner Politik für die schwache Erholung nach der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise verantwortlich zu sein. Mit den neuen Zahlen kann Obama das Argument entkräften, die Arbeitslosenquote in seiner Amtszeit nicht unter acht Prozent senken zu können.

Romney erklärte aber umgehend, der jüngste Arbeitsmarktbericht stehe nicht für eine „echte Erholung“. Seit Obamas Amtsantritt seien in den USA mehr als 600.000 Stellen in der verarbeitenden Industrie verlorengegangen, kritisierte der Republikaner. „Wir haben weniger Jobs im September geschaffen als im August und weniger Jobs im August als im Juli.“ Der in Umfragen zurückliegende republikanische Kandidat wittert nach seinem starken Auftritt beim ersten TV-Duell mit Obama Morgenluft. Nach Meinung von Experten konnte er die Debatte an der Universität Denver für sich entscheiden. Mehr als 67 Millionen Menschen hatte am Mittwochabend eingeschaltet, als Romney den Präsidenten mit scharfer Kritik an dessen Wirtschaftspolitik in die Defensive drängte.

Obama, der in der Debatte einen matten Eindruck machte, warf seinem Herausforderer am Donnerstag Wählertäuschung vor. Der Multimillionär habe seine unpopulären Positionen in der Steuer- und Bildungspolitik bei dem Rededuell einfach geleugnet, sagte Präsident in Denver. „Wenn man Präsident werden möchte, schuldet man dem amerikanischen Volk die Wahrheit.“ Romney räumte unterdessen im TV-Sender „Fox News“ ein, dass seine Aussage über die „47 Prozent“ der Wähler „komplett falsch“ gewesen sei. „In einem Wahlkampf mit hunderten, wenn nicht tausenden Reden und Frage-Antwort-Runden sagt man manchmal etwas, das nicht richtig rüber kommt“, entschuldigte er sich. Zuvor hatte der Republikaner lediglich erklärt, sich „nicht elegant“ ausdrückt zu haben. Romney hatte den Kommentar bei einem Spendendinner gemacht, von dem ein heimlich aufgenommenes Video im September im Internet auftauchte.

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

4 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben