Politik : Gute Unterhaltung

Die Fernsehzuschauer wollen nach dem Irakkrieg wieder Spielfilme sehen und sich amüsieren. Ihr Star ist Günther Jauch

Simone Schellhammer

Jetzt ist auch im Fernsehen die Mauer gefallen. Gab es im letzten Jahr noch deutliche Unterschiede bei den Zuschauer-Vorlieben in Ost und West – damals schaute der Osten eher Shows, Sitcoms und Reportagen – haben sich die Präferenzen mittlerweile angeglichen. Das sagte Michael Hopp, Chefredakteur der Zeitschrift „TV Today“, bei der Vorstellung einer Trend-Studie, die das Hamburger Marktforschungsinstitut ipsos für die Zeitschrift durchführte. Befragt wurden 1000 Menschen ab 14 Jahren. Einig sind sich die Deutschen vor allem in einem: „Nach dem Irakkrieg tritt nun offenbar eine Nachrichtenmüdigkeit ein", erläuterte Hopp.

In Ost und West will man nun wieder unterhalten werden: Spielfilme stehen hoch im Kurs. Ungebrochen ist zudem der Boom bei Natur- und Reisesendungen. Jedenfalls geben die Zuschauer dies seit drei Jahren in Befragungen an. In den tatsächlichen Quoten schlägt sich dieser Trend jedoch nicht nieder. Gesättigt scheint der Bedarf an Gerichts- und Quizshows zu sein, die wollen immer weniger sehen.

Müssten sich die Deutschen für einen Sender entscheiden, würden sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland ein Viertel der Befragten RTL wählen. Und auch der Liebling der Nation ist gesamtdeutsch. Unangefochtene Nummer Eins bei den Show-Moderatoren ist nach wie vor die Allzweckwaffe Günther Jauch, der seinen Spitzenwert von 89 Prozent in Sachen Beliebtheit halten konnte. Auf Platz Zwei liegt Thomas Gottschalk. Harte Nachrichten wollen die Deutschen hingegen lieber von einer Frau hören: Bei den Nachrichtenmoderatoren liegt Eva Herman vor Peter Kloeppel und Ulrich Wickert. Einen großen Sprung in der Beliebtheitsskala vom achten auf den vierten Platz hat „Tagesthemen“-Kollegin Anne Will geschafft. Es folgen: Petra Gerster, Marietta Slomka und die ZDF-Neuzugänge Steffen Seibert und Claus Kleber.

Und was faszinierte rund zehn Millionen Menschen an der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“? Die Mischung von Wettkampf und Musik sowie die Tatsache, dass es sich bei den Teilnehmern um ganz normale Leute handelt.

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