Politik : Gute Zeiten, schlechte Zeiten

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Für Guido Westerwelle sind dies die schwersten Tage seines auch nicht mehr ganz frischen Politikerlebens. Angetreten mit Zielen, die viel zu groß waren für eine kleine Partei, muss der 40jährige FDP-Chef nach der Wahl das bescheidene Abschneiden der Liberalen erklären. Sein früherer Weggefährte Jürgen Möllemann, den Westerwelle selbst einst als Vize hofierte, reißt zugleich die ganze FDP mit seinem antiisraelischen Flugblatt und unseriösen Finanzpraktiken ins Verderben. Ein politischer Amoklauf ohnegleichen, aus dem auch Westerwelle selbst nicht unbeschadet hervorgehen wird. In der vergangenen Woche musste er sich von zwei engen Mitarbeitern trennen, weil sie rechtzeitig vor Möllemanns Flugblatt-Aktion gewarnt wurden, die Warnung aber nicht an ihn weitergaben. Es sind also hektische, lange Tage, die Westerwelle gerade durchmachen muss. Und während ihm seine Freunde raten, jetzt ja nicht aufzugeben, fragt die Familie schon mal zaghaft nach, wie lange sich der Sohn den ganzen Ärger denn noch antuen wolle. Der Volljurist Westerwelle selbst betont nur allzu gern, dass er keinesfalls von der Politik abhängig sei und jederzeit von der Partei der Marktwirtschaft in die Marktwirtschaft selbst wechseln könnte.mfk

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