Politik : Guter Rat fürs Klima

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Von Dagmar Dehmer

Fünf Ziele gibt der „Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung“ (WBGU) Bundeskanzler Gerhard Schröder mit auf den Weg zum Weltgipfel in Johannesburg. Die Regierung hat das Gremium kurz vor dem Vorgängergipfel in Rio 1992 eingesetzt. Seither berät es die Regierung in der internationalen Umwelt– und Entwicklungspolitik. Am Mittwoch feierte der WBGU sein zehnjähriges Bestehen.

Beim Johannnesburg-Gipfel sollten aus Sicht des WBGU zumindest ein Wälderprotokoll, eine Weltenergie- und Wassercharta und die Aufwertung des UN-Umweltprogramms Unep zu einer Internationalen Umweltorganisation herauskommen.

Der WBGU hat schon zuvor bei den Beratungen über das Klimaschutzprotokoll von Kyoto eine entscheidende Rolle gespielt. So soll es auch bleiben. Der Vorsitzende, Hartmut Graßl, sagte am Mittwoch, der WBGU werde schon im kommenden Jahr Vorschläge für „Kyoto II“ vorlegen. Denn angesichts der mageren Einsparziele für klimaschädliche Gase, auf die sich die Vertragsstaaten im Kyoto-Protokoll geeinigt haben, „müssen die Einsparziele in Zukunft viel anspruchsvoller werden“. Rückblickend sagte Graßl: „Es ist oft ein Jahrzehnt Stakkato nötig, bis etwas passiert.“ Und angesichts der Zeitläufe, mit denen sich der WBGU auseinandersetze, sei ein Jahrzehnt nicht lang. Für den Umbau des Weltenergiesystems müsse man sich eben ein halbes Jahrhundert Zeit nehmen. Dass die WBGU-Vorschläge zur Einführung von Nutzungsentgelten für die Luft und das Meer zur Entwicklungsfinanzierung bereits wenige Wochen nach ihrer Veröffentlichung von der Politik ernsthaft diskutiert würden, habe ihn eher überrascht. Simone Probst, Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, lobte den WBGU denn auch als „stark an der Umsetzung orientiert“ und als „praxisorientierten Berater“.

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