Politik : Guttenberg: Kein Ende der Wehrpflicht Ministerin: Zivis sollen freiwillig verlängern

Berlin - Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat die geplante Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate gegen Kritik verteidigt. „Mit mir ist eine Abschaffung der Wehrpflicht nicht zu machen“, sagte er der „Bild am Sonntag“ zur SPD-Kritik, seine Pläne seien ein „Einstieg in den Ausstieg aus der Wehrpflicht“. Guttenberg und Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hatten den Fraktionsexperten am Freitag ihr Konzept für die Verkürzung des Wehr- und Zivildienstes von neun auf sechs Monate vorgelegt. Das Gesetz soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.

Schon zum 1. August soll der Zivildienst verkürzt werden. Am 1. Oktober würden dann die ersten Wehrdienstleistenden eingezogen, die nur noch sechs Monate dienen müssen. Schröder zeigte sich überzeugt, dass die geplante Kürzung der Dienstzeit nicht zu einem Zusammenbruch des Zivildienstes führen wird. Voraussetzung dafür sei aber die Einführung einer freiwilligen Verlängerung um bis zu sechs Monate, sagte die für den Zivildienst zuständige Ministerin. Die Zivis sollten die Möglichkeit erhalten, unmittelbar im Anschluss an ihren Dienst um bis zu sechs Monate bei gleicher Bezahlung und Fortlaufen der Versicherungen zu verlängern. Das solle möglichst unbürokratisch und flexibel geschehen, um der individuellen Lebenssituation Rechnung zu tragen. Das Angebot sei attraktiv, weil viele Zivis mit einer Verlängerung die zeitliche Lücke zwischen dem Ende ihrer regulären Dienstzeit und dem Beginn von Ausbildung und Studium überbrücken könnten.

Guttenberg widersprach mit Nachdruck Vorwürfen, in einem halben Jahr sei eine vernünftige Soldatenausbildung nicht zu machen. „Es soll in diesen sechs Monaten ja niemand bereits zum General ausgebildet werden“, so der Minister. Zudem könnten Wehrpflichtige im Heimatschutz eingesetzt werden – „eine Aufgabe, für die eine kürzere Einsatzzeit durchaus sinnvoll sein kann“. dpa/ddp

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