Politik : Gysi geht es besser

PDS-Politiker nicht mehr auf Intensivstation

Sabine Beikler

Berlin - Gregor Gysi ist auf dem Weg der Besserung und hat am Montag die Intensivstation verlassen. Nach Angaben von PDS-Sprecher Hendrik Thalheim hat der PDS-Politiker schon während des Wochenendes „gedrängelt“, auf die Normalstation im Berliner Sankt-Gertrauden-Krankenhaus verlegt zu werden. Gysi war letzte Woche an einem Aneurysma, einer Ausbuchtung eines Blutgefäßes im Gehirn, operiert worden. Nach dem Eingriff erlitt der 56-Jährige seinen zweiten Herzinfarkt innerhalb eines Jahres. Dazu war es gekommen, weil Gysi vor der Operation blutverdünnende Medikamente absetzen musste. Die Ärzte reagierten auf den Infarkt und implantierten einen vierten Stent, um die Herzkranzgefäße offen zu halten. Bleibende Schäden werde er nicht behalten, sagte Thalheim. Nach dem Rücktritt als Berliner Wirtschaftssenator vor zwei Jahren kehrte Gysi der aktiven Politik den Rücken und arbeitete wieder als Jurist in einer Berliner Kanzlei. Eine Rückkehr in die Politik schloss er aber nie aus. Er ist das Zugpferd der PDS: Mit seinem Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad traut ihm die Partei zu, bei der Bundestagswahl 2006 die nötigen Stimmen zu bringen, um den Wiedereinzug in den Bundestag in Fraktionsstärke zu ermöglichen. Ob er als PDS-Spitzenkandidat ins Rennen geht, lässt Gysi offen. Auf dem Bundesparteitag Ende Oktober in Potsdam vertröstete er die Parteifreunde auf nächstes Jahr. „Ende 2005“ werde er darüber mit PDS-Parteichef Lothar Bisky beraten.

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