Politik : Gysi: Verzicht auf Kandidatur wäre ein Opfer

Berlin - Bei der Linkspartei wächst offenbar der Wunsch nach einer eigenen Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl. Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, bestritt am Samstag zwar, dass es bei einer Konferenz der Fraktionsvorsitzenden in Dresden auf seinen Wunsch hin bereits einen diesbezüglichen Beschluss gegeben habe, wie dies die „Leipziger Volkszeitung“ gemeldet hatte. Gleichzeitig sagte er aber, es wäre ein „ganz schönes Opfer“, auf einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin zu verzichten. Schließlich bekomme man auf diese Weise Medienöffentlichkeit und könne so „Politik machen und eigene Positionen rüberbringen“. Allerdings dürfe die Linke nicht den Fehler begehen und bei der Auswahl nur nach Parteikriterien vorgehen, warnte Gysi. Für die Kandidatur benötige man eine Persönlichkeit, die „Akzeptanz findet über uns hinaus“.

Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, sagte dem Tagesspiegel am Sonntag, die SPD-Kandidatin Gesine Schwan äußere sich so abfällig über die Linke, dass der Eindruck entstehe, „sie kann sich gar nicht wählen lassen von uns“. Allerdings sei in der Kandidatenfrage noch keine Entscheidung gefallen, man warte damit bis nach der bayerischen Landtagswahl im September. Deren Ergebnis entscheidet auch über die Zusammensetzung der Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt.

Laut „Welt am Sonntag“ sind als Kandidatinnen bereits die Schriftstellerinnen Christa Wolf und Daniela Dahn im Gespräch. Beides seien „respektable Namen“, mit denen man ein Zeichen setzen könne, heiße es in Fraktionskreisen. raw

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