H1N1-Virus : Jeder kann Impfung gegen Schweinegrippe erhalten

„Wenn jemand geimpft werden möchte, wird das auch gemacht, aber es kann sein, dass es bis dahin etwas dauert“, sagte die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Die Impfung sei ein Angebot und damit freiwillig.

Saskia Weneit
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Impfstoff: Bis Oktober sollen genügend Dosen eintreffen, die für ein Drittel der Bevölkerung reichen. -Foto: dpa

BerlinDer Impfstoff gegen Schweinegrippe soll grundsätzlich für jeden Bürger verfügbar sein. Dies hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt angekündigt und vor Panik gewarnt: „Wenn jemand geimpft werden möchte, wird das auch gemacht, aber es kann sein, dass es bis dahin etwas dauert“, sagte die SPD- Politikerin der „Passauer Neuen Presse“. Die Bundesländer bestellten 50 Millionen Impfdosen, die spätestens im Oktober eintreffen sollen. Die Menge reicht für ein Drittel der Bevölkerung.

Zunächst sollen Menschen aus dem Gesundheitswesen und Ordnungskräfte und anschließend Risikogruppen geimpft werden. Die Impfung sei ein Angebot und damit freiwillig. „Wenn weitere Bestellungen notwendig sind, werden wir das entscheiden“, sagte Schmidt. Das Gesundheitsministerium habe sich bei Novartis und Glaxo Smith Kline die Option auf 160 Millionen Impfdosen sichern lassen, um im Notfall die ganze Bevölkerung behandeln zu können, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums dem Tagesspiegel. In welchem Maße in der ersten Impfwelle auch Menschen außerhalb der Zielgruppen geimpft werden können, ist noch nicht klar. „Die Krankenkassen und die Länder organisieren die Impfungen, über die Abläufe und die Kosten wird derzeit verhandelt“, sagte sie. Einzelheiten seien noch nicht geklärt.

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (VDEK) fordert mehr Klarheit, etwa darüber, ob Versicherte zur Impfung aufgefordert werden sollen. Er rechnet mit Ausgaben von etwa einer Milliarde Euro, die mit den Impfungen verbunden seien. Der VDEK fordert eine Lösung, wie die außerplanmäßigen Ausgaben ausgeglichen und die privaten Kassen an den Behandlungskosten beteiligt werden könnten.

In Deutschland wurden bislang 834 Schweinegrippe-Fälle registriert. In Großbritannien, dem von der Infektion am härtesten betroffenen Land in Europa, ist die Zahl der Toten sprunghaft auf 29 angewachsen, zu Wochenbeginn waren es noch 17. Einen ersten Schweinegrippe-Todesfall gibt es unterdessen auf Mallorca. Es handelt sich um eine 33-jährige Nigerianerin.

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