Haaretz-Bericht : Israel macht sich für Mubarak-Regime stark

Israel setzt sich für Mubarak ein und hat den Westen nach einem israelischen Zeitungsbericht dazu gedrängt, seine Kritik an dem ägyptischen Präsidenten zu dämpfen.

Mit Zelten versammeln sich die Demonstranten auf dem Tharir-Platz. Die nächste Großdemonstration gegen das Mubarak-Regime ist für Dienstag, den 1. Februar geplant.
Mit Zelten versammeln sich die Demonstranten auf dem Tharir-Platz. Die nächste Großdemonstration gegen das Mubarak-Regime ist für...Foto: dpa

Die Zeitung „Haaretz“ schreibt am Montag, Israel setze sich für eine Bewahrung des Regimes von Mubarak ein, um die Stabilität in der Region zu gewährleisten. Ein israelischer Außenamtssprecher wollte den Bericht am Montag nicht kommentieren. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte seine Minister am Sonntag angewiesen, sich nicht zu den Ereignissen in Ägypten zu äußern.

„Haaretz“ schrieb jedoch unter Berufung auf israelische Regierungskreise, das Außenministerium in Jerusalem habe am Wochenende eine Direktive an Botschaften in Ländern von zentraler Bedeutung geschickt. Die Botschafter in den USA, Kanada, China, Russland und mehreren europäischen Ländern seien angewiesen worden, in ihren Gastländern die Wichtigkeit der Stabilität in Ägypten zu betonen.

Revolution in Ägypten
Tanzen auch auf Panzern: Die Armee hat sich während der Proteste gegen Präsident Mubarak zurückgehalten. Nach dessen Rückzug feiern auch die Soldaten mit.Weitere Bilder anzeigen
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12.02.2011 10:47Tanzen auch auf Panzern: Die Armee hat sich während der Proteste gegen Präsident Mubarak zurückgehalten. Nach dessen Rückzug...

Israelische Kommentatoren haben die Reaktion der USA auf die Demonstrationen in Ägypten stark kritisiert. In Israel entstand der Eindruck, dass US-Präsident Barack Obama und US-Außenministerin Hilary Clinton Mubarak „wie eine heiße Kartoffel fallengelassen“ haben. Obama hatte sich am Sonntag für „einen geordneten Übergang zu einer Regierung“ ausgesprochen, „die auf die Bestrebungen des ägyptischen Volkes eingeht“.

Ein Kommentator der Zeitung „Maariv“ titelte am Montag: „Eine Kugel in den Rücken, von Onkel Sam.“ „Die Amerikaner und die Europäer lassen sich von der öffentlichen Meinung mitreißen und haben nicht ihre echten Interessen vor Augen“, sagte ein israelischer Regierungsvertreter. „Selbst wenn sie Mubarak kritisch sehen, müssen sie ihren Freunden das Gefühl geben, dass sie nicht allein sind. Jordanien und Saudi Arabien sehen die Reaktionen im Westen, wie alle Mubarak fallen lassen, und dies wird sehr ernsthafte Auswirkungen haben.“ (dpa)

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