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Hackerangriff : Uni-Drucker spucken antisemitische Pamphlete aus

Wie von Geisterhand gesteuert haben Netzwerkdrucker und Kopierer mehrerer Universitäten antisemitische Pamphlete ausgedruckt. Auch die TU Berlin ist betroffen.

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Das Hauptgebäude der Universität Hamburg.
Das Hauptgebäude der Universität Hamburg.Foto: dpa

Die Technische Universität Berlin ist wie andere Hochschulen in Deutschland Opfer eines Hackerangriffs geworden. TU-weit seien fünf Ausdrucke gemeldet worden, bei denen es sich um antisemitische Pamphlete handelte, teilte TU-Sprecherin Steffi Terp am Freitag auf Anfrage mit. Nachdem die Ausdrucke bekannt wurden, habe die TU ihre Drucker so eingestellt, dass von außen nicht mehr darauf zugegriffen werden kann.

An der Humboldt-Universität sind dagegen laut Sprecher Hans-Christoph Keller keine Vorfälle bekannt. Die HU sei durch ähnliche, jedoch harmlosere Vorfälle vor zwei Jahren bereits sensibilisiert worden. Damals habe es sich zwar nicht um antisemitische und rassistische Ausdrucke gehandelt, dennoch habe die HU entsprechende Maßnahmen getroffen, um solche Szenarien technisch zu verhindern. Auch der Freien Universität sind bisher keine Vorfälle bekannt.

Mehrere andere Hochschulen bundesweit hatten am Donnerstag bestätigt, dass Netzwerk-Drucker und Kopierer wie von Geisterhand rassistische und antisemitische Pamphlete ausgedruckt hätten. Betroffen waren den Angaben zufolge unter anderem die Universitäten Hamburg, Bonn, Münster, Lüneburg, Bremen, Tübingen und Erlangen-Nürnberg. Die Online-Portale der Funke Mediengruppe hatten zuerst berichtet. „Netzwerkdrucker und Kopierer spuckten wie von Geisterhand rassistische und antisemitische Pamphlete aus“, sagte der Sprecher der Tübinger Universität, Karl Rijkhoek.

Personen aus dem Ausland drangen in die Drucker-Netzwerke ein

Ersten Erkenntnissen zufolge drangen eine oder mehrere Personen aus dem Ausland in die Drucker-Netzwerke in Tübingen ein. An der Universität habe es am Mittwoch 190 Ausdrucke gegeben, manche Drucker seien mehrfach angesteuert worden. Einen vollständigen Überblick gebe es aber noch nicht. Die Sicherheitslücke sei mittlerweile geschlossen worden. Der Rektor der Universität, Bernd Engler, erstattete Anzeige bei der Polizei. Das Dezernat Staatsschutz des Polizeipräsidiums Reutlingen ermittelt nun wegen Volksverhetzung gegen Unbekannt, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch in Hamburg wurde nach Angaben eines Universitätssprechers Strafanzeige erstattet.

„Insgesamt waren zehn Systeme betroffen, es wurde jeweils eine Seite ausgedruckt.“ Auf den Pamphleten sei ein Text mit großen Buchstaben in schlechtem und fehlerhaftem Deutsch abgedruckt, sagte Rijkhoek. Der Text wende sich gegen Menschen jüdischen Glaubens und Menschen, die nicht der „weißen Rasse“ entsprechen.

Ähnliche Texte tauchten an US-amerikanischen Unis aus

„Es sind diverse krude Thesen, die teils in Frageform, teils in Behauptungen verbreitet werden.“ Ähnliche Texte seien vor kurzem auch an mehreren amerikanischen Universitäten aufgetaucht. Laut einem Bericht der „Washington Post“ hatte sich damals ein polizeibekannter, rassistischer Hacker zu den Angriffen bekannt. An der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn waren den Angaben zufolge die Institute der Asienwissenschaften und Theologie betroffen. An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist eine zweistellige Zahl von Druckern gehackt worden. Ein Sprecher der Universität Münster sagte, Drucker seien weniger gesichert und daher auch anfälliger für Hackerangriffe. (mit dpa)

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