Politik : Haider freut sich über Anerkennung

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Wien. Der österreichische Politiker und Ex-FPÖ-Chef Jörg Haider hat den nordrhein-westfälischen FDP-Vorsitzenden Jürgen Möllemann für dessen politische Haltung gelobt. Haider sagte dem Tagesspiegel, es sei „beachtlich, wenn ein langjähriger Funktionär der FDP, die zu den zähesten Verteidigern des Systems gehört hat und nur Mehrheitsbeschaffer war, nun anerkennt, dass die Emanzipation der Demokraten notwendig ist. Dafür ist ihm zu gratulieren.“

Möllemann hatte in einem Beitrag für das „Neue Deutschland“ geschrieben, die jüngsten Wahlergebnisse in Europa seien der „Emanzipation der Demokraten“ geschuldet. Überall seien Regierungen abgewählt worden, weil sie die tatsächlichen Probleme der Menschen nicht gelöst hätten. Diese Entwicklung habe in Österreich mit Haider begonnen: „Es geht darum, wer die tatsächlichen Probleme der Menschen ohne ideologische Scheuklappen erkennt, in der Sprache des Volkes nennt und zu ihrer Zufriedenheit löst“, hatte Möllemann formuliert.

Haider sagte dazu, einst sei es zum „Bruch“ zwischen FDP und FPÖ gekommen, weil sich Otto Graf Lambsdorff als Parteichef „bemüßigt gefühlt hat, meine Kritik an der schrankenlosen Zuwanderung abzulehnen.“ Nun freue er sich, wenn Möllemann ihn „mit zehnjähriger Verspätung“ anerkenne.

Angesprochen darauf, ob er sich eine Annäherung an den nationalen Flügel der FDP, vorstellen könne, sagte Haider: „Die Basis der FDP ist sehr stark mit jener der FPÖ vergleichbar.“ Die FDP-Basis sei unzufrieden, weil sie den Eindruck habe, „jahrelang von den falschen Politikern unter der Maxime ,Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass´ geführt worden zu sein.“ Man müsse aber in der Politik auch Standpunkte haben, nicht nur Interessen.Paul Kreiner

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