Politik : Haider zieht sich aus Bundespolitik in Österreich zurück

Paul Kreiner

Die österreichische Politik und die FPÖ sind an einer entscheidenden Weiche angelangt. Der langjährige österreichische Oppositionsführer Jörg Haider kündigte seinen Abschied aus der Bundespolitik an. Anders als bei früheren Ankündigungen dieser Art tat Haider, der eineinhalb Jahre FPÖ-Chef war, den ersten Schritt tatsächlich: Er ziehe sich "mit heutigem Tag" aus dem Koalitionsausschuss von ÖVP und FPÖ zurück, sagte er am Freitag im Fernsehen: "Ich bin schon weg." Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nahm die Entscheidung "zur Kenntnis" und sagte, der Rückzug Haiders betreffe "in erster Linie die FPÖ".

Haider reagierte - mit leicht verbitterter Miene - auf zunehmende Kritik innerhalb der FPÖ. Die "Kronen-Zeitung" hatte bereits von einer "Meuterei" innerhalb der Partei gegen den früheren Parteichef geschrieben. Klartext, wie er bis dato undenkbar war, sprach vor allem Haiders politischer Ziehsohn, Fraktionschef Peter Westenthaler.

Nach fünftägiger Zurückgezogenheit wehrte Westenthaler sich gegen Haiders massive Einflussnahme auf FPÖ und Bundespolitik. Der Teamgeist sei "gestört", politische Querschüsse sollten unterbleiben. Haider erklärte nun dazu, wenn die Partei erwachsen werden und auf eigenen Füßen stehen wolle, "ist es konsequent und richtig, sich nicht mehr einzumischen". Es solle nicht der Eindruck einer Fernsteuerung aus Kärnten entstehen.

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