Politik : Half Madrids Luftwaffe bei CIA-Flügen?

Ralph Schulze

Madrid - Der Skandal um weltweite geheime Gefangenentransporte und Haftzentren des US-Geheimdienstes CIA zieht weitere Kreise. Nach spanischen Medienangaben war möglicherweise auch die spanische Luftwaffe an den Geheimflügen mit islamistischen Terrorverdächtigen beteiligt. Die sozialdemokratische spanische Regierung habe eine entsprechende interne Untersuchung eingeleitet.

Wie die Tageszeitung „El Pais“ berichtet, besteht der Verdacht, dass spanische Transportmaschinen während ihres Afghanistaneinsatzes 2002 und 2003 im Auftrag der Amerikaner mutmaßliche Terroristen in Gefangenenlager transportiert haben. Dabei könnte es sich vor allem um Gefangenenflüge zwischen Afghanistan und den Nachbarländern Pakistan, Usbekistan und Kirgisien handeln, wo die USA nach ihrem Afghanistanfeldzug im Jahr 2001 und bei der Jagd auf islamistische Extremisten Militärbasen und Gefängnisse unterhielten.

Zwar seien die drei in Afghanistan eingesetzten spanischen Herkules-Transportmaschinen wohl nicht in Gefangenenüberführungen in das Lager Guantanamo auf Kuba verwickelt gewesen. Aber spanische „Gefängnisflüge“ mit mutmaßlichen Terroristen innerhalb Afghanistans und zu den US-Stützpunkten in den umliegenden Staaten werden für wahrscheinlich gehalten. Die logistische Flughilfe für die US-Operation „Enduring Freedom“ in Afghanistan war von der früheren konservativen Regierung Spaniens gebilligt worden. Die Untersuchung um die Verwicklung der spanischen Luftwaffe sei in Gang gekommen, nachdem im vergangenen Jahr bekannt geworden war, dass die CIA über Spaniens Territorium geheime Gefangenenflüge mit Zwischenlandung auf den Kanaren und den Balearen durchgeführt hatte.

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