Politik : Half Saudi-Arabien Terroristen in Hamburg?

„Zeit“: Motassadeq hatte Kontakt zu Botschaft Riads in Berlin

Frank Jansen

Berlin. Der in Hamburg vor Gericht stehende mutmaßliche Al-Qaida-Unterstützer Mounir al Motassadeq hat möglicherweise Kontakt zur Botschaft Saudi-Arabiens in Berlin unterhalten. Das Bundeskriminalamt habe nach der Festnahme des Marokkaners im November 2001 in dessen Unterlagen die Visitenkarte eines saudischen Diplomaten gefunden, berichtet die „Zeit“ in ihrer neuen Ausgabe. Es habe sich um einen Mitarbeiter der „Islamischen Abteilung“ der Botschaft gehandelt. Ob sich der Diplomat mit Motassadeq getroffen hat, ist jedoch unklar. Ein solcher Kontakt wäre brisant: Generalbundesanwalt Kay Nehm wirft Motassadeq vor, er habe in Hamburg der Gruppe um Mohammed Atta, Marwan al Shehhi und Ziad Jarrah, drei der vier Selbstmordpiloten des 11. September, bei finanziellen Transaktionen geholfen. Im vergangenen Oktober begann am Hamburger Oberlandesgericht der Prozess gegen Motassadeq.

Bundeskriminalamt und Generalbundesanwalt hätten den saudischen Behörden mehrere Fragen übermittelt, aber bislang keine Auskünfte erhalten, berichtet die „Zeit“. Bei der Berliner Botschaft Saudi-Arabiens war es am Donnerstag nicht möglich, eine Stellungnahme zu bekommen. Der neue Verdachtsfall ähnelt einer Affäre in den USA. Die Ehefrau des saudischen Botschafters in Washington, Prinz Bandar, soll über anderthalb Jahre insgesamt 130 000 Dollar an eine Landsmännin in San Diego überwiesen haben. Der Ehemann dieser saudischen Frau hat dann angeblich einen Teil des Geldes an zwei Terrorflieger des 11. September weitergeleitet.

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