Politik : Hamas, Al Qaida – und Saddam?

Die USA wollen Bagdad Kontakte zu bin Laden nachweisen

Frank Jansen

Am 5. Februar will George W. Bush Geheimdienstinformationen präsentieren, die Saddam Hussein als Partner von Osama bin Laden entlarven. Doch Sicherheitsexperten sind skeptisch: Gehen die Beweise, die der US-Präsident in seiner jüngsten Rede angekündigt hat, über die schon bekannten Spekulationen hinaus? Die Fachleute vermuten, dass die USA mehrere Indiziengeflechte präsentieren könnten.

Da wären zunächst mögliche Verbindungen Saddams zur palästinensischen Terrororganisation Hamas, der schon lange Kontakte zu Al Qaida nachgesagt werden. Kämpfer beider Gruppen sollen nach Informationen nahöstlicher Geheimdienste in irakischen Trainingscamps ausgebildet worden sein, auch im Umgang mit biologischen und chemischen Kampfstoffen. Zudem soll Iraks Herrscher den Familien palästinensischer Selbstmordattentäter Geldgeschenke machen.

Es gibt auch Hinweise auf eine Zusammenarbeit zwischen Hamas, Al Qaida und der libanesischen Hisbollah. Im Frühjahr 2002 hätten sich Abgesandte der drei Terrorgruppen in Südlibanon getroffen, heißt es aus Sicherheitskreisen. Und sie vermuten, vor diesem Hintergrund könnten die USA die Hilfe des Irak für die Hamas als Beleg für eine zumindest indirekte Verwicklung Saddams in den Al-Qaida-Terror darstellen.

Ähnliches gilt im Fall der mysteriösen Fundamentalistentruppe „Ansar al Islam“. Die „Partisanen des Islam“, etwa 400 bis 700 Kurden sowie aus Afghanistan geflohene Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer, kontrollieren seit 2001 im nordirakischen Kurdengebiet einen Streifen an der Grenze zu Iran. Irak hat die Kontrolle über diese Region nach dem letzten Golfkrieg verloren. Dennoch soll Bagdad Ansar al Islam mit Geld, Waffen und Sprengstoff versorgen. Die Gruppe gilt als besonders gefährlich, weil sie mit dem hoch giftigen Rizin experimentiert haben soll.

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