• Hamas-Regierung mahnt Palästinenser zur Ruhe Nach heftigen Kämpfen / Jordanien lobt Deutschland

Politik : Hamas-Regierung mahnt Palästinenser zur Ruhe Nach heftigen Kämpfen / Jordanien lobt Deutschland

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Gaza/Berlin - Nach den schwersten innerpalästinensischen Kämpfen seit dem Wahlsieg der radikalislamischen Hamas hat Regierungschef Ismail Hanija seine Landsleute am Sonntag zur Ruhe aufgerufen. „Ihr müsst die nationale Einheit bewahren, dem Dialog und der Stimme der Vernunft den Vorzug geben, zieht die Waffen von den Straßen ab und beendet die Spannungen“, sagte Hanija während der wöchentlichen Kabinettssitzung. In einer Erklärung vom Samstag hatte die Hamas der Fatah vorgeworfen, einen „Bürgerkrieg“ anzuzetteln. Die Fatah erwiderte, die Hamas sei schuld am Ende des Dialogs und der Eskalation. Aus Protest gegen die Gewalt gegen ihre Anhänger hatte die Hamas am Freitag den Dialog mit der Fatah eingefroren.

Innerhalb der vergangenen drei Tage wurden mindestens 24 Menschen getötet. Zuletzt starben in der Nacht zum Sonntag nach Angaben von Ärzten und Sicherheitskräften vier Palästinenser, unter ihnen ein elfjähriger Junge. Der elfjährige Junge wurde in der Nacht zum Sonntag in seinem Elternhaus in Beit Lahija im Norden des Gazastreifens erschossen, als sich Hamas-Aktivisten einen Schusswechsel mit seinem der Fatah angehörenden Vater lieferten. Auch ein weiterer Hausbewohner wurde nach Angaben von Ärzten und Sicherheitskräften von Kugeln tödlich getroffen.

König Abdullah II. von Jordanien lobte unterdessen „die Rolle Deutschlands bei der Wiederbelebung des Nahost-Quartetts“. Nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag in Berlin betonte der Monarch jedoch zugleich die Notwendigkeit von direkten Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern über einen unabhängigen Palästinenserstaat. Für rasche Fortschritte im Nahost-Friedensprozess müssten „alle internationalen Anstrengungen gebündelt werden“, sagte Merkel. „Der Sommer letzten Jahres hat uns gelehrt, dass wir keine Zeit haben.“ Deutschland wolle dazu mit der EU im Nahost-Quartett einen Beitrag leisten. Bei dem Treffen von UN, USA, EU und Russland am 2. Februar in Washington sollen Palästinenser und Israelis zum Ausbau ihrer Zweier-Gespräche ermutigt werden. Merkel betonte, ohne die Unterstützung aus der Region sei ein Frieden nicht möglich. AFP/dpa

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