Hamburg hat gewählt : CDU-Mann Guido Wolf: „Mir gebet nix“

Der Spitzenkandidat der baden-württembergischen CDU, Guido Wolf, spricht mit dem Tagesspiegel über die Lehren aus der Hamburger Bürgerschaftswahl.

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Herr Wolf, die CDU hat beider Wahl in Hamburg enttäuscht. Birgt das Ergebnis eine nützliche Erkenntnis für Baden-Württemberg, wo im Frühjahr 2016 gewählt wird?

Das ist in erster Linie ein hanseatisches Ergebnis, das wenig Rückschlüsse auf Baden-Württemberg zulässt. Interessant ist das Abschneiden der kleinen Parteien. Dass die FDP wieder in der Bürgerschaft ist, ist ein Signal, das über Hamburg hinausstrahlen könnte. Den Einzug der AfD bedauere ich. Wir müssen alles tun, um das hier zu verhindern.

Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg. Guido Wolf.
Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg. Guido Wolf.Foto: dpa

Haben Sie ein Rezept dafür?

Ein Patentrezept gibt es sicherlich nicht. Entscheidend ist es, die Menschen mit ihren Sorgen ernst zu nehmen, sich um die Themen kümmern.

Gibt es auch rote Linien?

Natürlich. Jede Form von Fremdenfeindlichkeit auf unseren Straßen lehnen wir ab. Das darf es in unserem Land nicht geben. Dagegen machen wir, auch parteiübergreifend, Front.

Der Absturz der Hamburger CDU auf unter 16 Prozent wird mit der großen Beliebtheit von SPD-Mann Olaf Scholz erklärt. In Baden-Württemberg ist die Popularität des Ministerpräsidenten Kretschmann unangefochten. Wie wollen Sie ihn schlagen?

Der überaus beliebte Erste Bürgermeister der Stadt Hamburg hat zunächst mal zwei Prozentpunkte und die absolute Mehrheit verloren. Wichtiger ist aber, dass in Hamburg die Kernkompetenzen in Fragen der Wirtschaft, des Verkehrs und der Arbeitsplätze der SPD gutgeschrieben werden. In Baden-Württemberg liegt hier nach allen Umfragen die CDU klar vorn. Das gilt auch für die Parteipräferenz: Seit vielen Monaten gibt es keine Umfrage mehr, in der Grün-Rot eine Mehrheit hätte. Es ist kein Spaziergang, der vor uns liegt, sondern ein Kraftakt, aber er ist zu meistern.

Freut es Sie, dass es mit der FDP aufwärts zu gehen scheint?

Ich bin nicht unfroh, solange sie es aus eigener Kraft schaffen. Denn unverändert gilt für uns: Mir gebet nix.

Guido Wolf (53) führt die CDU in Baden- Württemberg im kommenden Jahr in den Wahlkampf. Seit Ende Januar ist er Fraktionschef im Landtag.

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