Politik : Handel fordert Riesenlaster bis 25 Meter

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Berlin Großhändler und Importeure fordern die Abschaffung des Sonntagsfahrverbots für Lkw und die Zulassung von 60 Tonnen schweren Lastwagen. Jetzt sind maximal 40 Tonnen erlaubt. Nur mit diesen Maßnahmen könne verhindert werden, dass „Deutschland im Stau erstickt“. Das sagte ein Sprecher des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) dem Tagesspiegel. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) lehnt solche Riesen-Lkw dagegen ab. „Straßen und vor allem die Brücken werden dann zu Schrott gefahren“, sagte sein Sprecher auf Anfrage. Die Infrastruktur sei für solche Fahrzeuge nicht geeignet.

Heftige Gegenwehr kommt auch von Politikern und Verbänden. Selbst das Speditionsgewerbe lehnt die Aufstockung des zulässigen Gesamtgewichts für Lastwagen um 20 Tonnen rundweg ab. „Solche Dinosaurier brauchen wir nicht“, kommentierte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Güterkraftverkehr und Logistik die Pläne des Handelsverbands BGA. Größere Lastwagen seien auch „politisch und gesellschaftlich nicht durchsetzbar“.

Der BGA setzt sich für so genannte „modulare Konzepte“ ein. Dabei sollen die Lkw nicht einfach länger oder breiter werden. Zur Erhöhung der Nutzlast dürften Sattelschlepper stattdessen einen weiteren Anhänger ziehen. Die gesamte Gespannlänge stiege dann von 18,5 auf maximal 25 Meter Länge. Solche Fahrzeuge sind bereits in Schweden und Finnland zugelassen. Die meisten europäischen Nachbarländer haben Regelungen, die mit denen in Deutschland vergleichbar sind. Im grenzüberschreitenden Verkehr gilt ohnehin das 40-Tonnen-Limit.

Der Sonntag als zusätzlicher Fahrtag für Lkw wird von Politikern aller Parteien einhellig abgelehnt. In Europa zeichnet sich eher der Trend ab, dem deutschen Beispiel zu folgen. Italien und Österreich erproben das Sonntagsfahrverbot gerade in dieser Sommerferienzeit. fo/ny

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