Politik : Handel skeptisch bei Öffnungszeiten

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Berlin - Europas größter Einzelhandelskonzern Metro will von verlängerten Ladenöffnungszeiten nur Gebrauch machen, wenn die Mitarbeiter auf Spätzuschläge verzichten. „Eines ist klar: Wir werden auf Dauer nicht länger öffnen können, wenn wir abends Zuschläge von 50 Prozent und mehr zahlen müssen“, sagte Metro-Vorstandschef Hans-Joachim Körber dem Tagesspiegel. Der Konzern strebe „eine rasche Konsenslösung mit den Arbeitnehmervertretern an“ und sei zuversichtlich, dass in Berlin eine Einigung noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft gelingen könne. Zu Metro gehören neben den gleichnamigen Großhandelsmärkten die Warenhäuser Galeria Kaufhof, die Supermärkte Real und Extra sowie die Elektromärkte Saturn und Mediamarkt. Bei den Öffnungszeiten werde der Konzern „einiges ausprobieren“, sagte er. „Eines ist jedoch sicher: Wir werden nur dort länger aufmachen, wo es sich am Ende auch lohnt.“

Mit der Föderalismusreform liegt die Entscheidung über die gesetzlichen Ladenöffnungszeiten bei den Ländern. Alle planen neue Ladenschlussgesetze, in den meisten Ländern soll zumindest werktags das Einkaufen rund um die Uhr ermöglicht werden – so auch in Berlin und Brandenburg. Unklar ist noch, ob die neuen Gesetze noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft in Kraft treten.

Zum Jahresende rechnet Metro-Chef Körber wegen der Mehrwertsteuererhöhung 2007 „mit gewissen positiven Effekten“. Das erste Quartal 2007 werde dann entsprechend schwächer. Eine schnelle Erholung erwartet er nicht. „Die allgemeine Wachstumsdelle wird länger dauern, davon bin ich überzeugt, und darauf stellen wir uns ein.“ Tsp

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