Politik : Handelsstreit: Alles Banane

Karin Birk

Nach rund acht Jahren haben die Europäische Union und die USA jetzt ihren Streit um die Bananen beendet. Das ist ein gutes Zeichen - für die Unternehmer und für die Verbraucher. Die Europäer haben zugesichert, die Handelsbarrieren für US-Bananenproduzenten bis 2006 abzubauen. Und die Amerikaner werden dafür ihre Strafzölle auf eine Reihe europäischer Produkte von Juli 2001 an abschaffen.

Alles Banane? Ja. Jahrelang haben die Europäer, sehr zum Ärger der Amerikaner, Bananenproduzenten innerhalb der Europäischen Union und in ehemaligen europäischen Kolonien dadurch geschützt, dass Produzenten aus anderen Ländern nur bestimmte Mengen - festgelegte Kontingente - nach Europa einführen durften. Vor allem US-Produzenten wie Chiquita reagierten verärgert. Denn sie besitzen in Lateinamerika große Bananenplantagen. Von diesen Ernten hätten sie gerne mehr nach Europa exportiert.

Verstimmt angesichts der ungleichen Behandlung und dem Verstoß gegen die Abmachungen über den Freihandel zogen die Amerikaner vor die Welthandelsorganisation (WTO) in Genf. Und erhielten Recht. Die Europäer veränderten zwar die Einfuhrregeln, den Amerikanern ging das aber nicht weit genug. Die WTO gab den Amerikanern abermals Recht - und erlaubte den USA, Handelssanktionen gegen Europa zu verhängen. Das Ergebnis waren 100-prozentige US-Strafzölle auf Kaffeemaschinen, Batterien oder Handtaschen.

Das ändert sich jetzt. Die europäischen Hersteller wird es freuen. Der US-Markt steht ihnen wieder offen. Mit dem Bananenstreit hatten sie ohnehin nichts zu tun. Sie waren nur die Opfer. Freuen können sich auch die Verbraucher in Europa: Wenn der Markt liberalisiert wird, wenn mehr der so genannten Dollar-Bananen aus Amerika nach Europa eingeführt werden, müssen die Preise sinken. Richtig spürbar ist es erst ab 2006. Aber auch bis dahin wird es für Verbraucher günstiger werden. Der Grund: In einem Übergangssystem sollen für nicht europäische Produzenten Einfuhrlizenzen vergeben werden. Sie beschränken zwar auch die Einfuhr, begünstigen aber im Vergleich zu heute die Dollar-Bananen. Verlierer der Bananen-Einigung gibt es freilich auch: All jene, die bisher von der EU-Ordnung profitiert haben. Also etwa Bananenproduzenten auf den Kanaren. Ihre Erträge werden wohl schrumpfen.

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