Politik : Handyfund: Half Pakistan Bin Laden?

Islamabad - Das Handy eines engen Vertrauten des Terrorchefs Osama bin Laden hat laut einem Bericht den Verdacht erhärtet, dass der pakistanische Geheimdienst ISI den Al-Qaida-Führer unterstützte. Das Telefon sei den USA Anfang Mai bei ihrer Kommandoaktion gegen Bin Laden in Abbottabad in die Hände gefallen und habe Nummern von Mitgliedern der radikal-islamischen Harakat-ul-Mudschaheddin (HuM) gespeichert, berichtete die „New York Times“. Die Extremistengruppe steht dem ISI nahe. Das Mobiltelefon habe dem Kurier des bei dem Einsatz getöteten Bin Laden gehört. „Das ist eine wichtige Spur“, sagte ein US-Beamter. Sie könnte darauf hindeuten, was die Amerikaner vermuten und befürchten: Dass der Terrorchef von den Extremisten und damit indirekt auch vom ISI unterstützt worden sei. Stichhaltige Beweise gebe es dafür jedoch bislang nicht.

Die USA hoffen, mit einer Nachverfolgung der Telefonate des Rätsels Lösung näherzukommen, wie der Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 offensichtlich jahrelang unbehelligt in Pakistan leben konnte. „Die Frage nach der Komplizenschaft des ISI und der pakistanischen Armee beim Verstecken von Bin Laden hängt wie eine dunkle Wolke über der gesamten Beziehung zwischen beiden Ländern“, sagte der US-Geheimdienstexperte Bruce Riedel.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre dies ein weiterer Tiefschlag für die ohnehin schwer beschädigten zwischenstaatlichen Beziehungen. Die Pakistaner sind verärgert darüber, dass die USA eigenmächtig in der Garnisonsstadt gegen Bin Laden vorgingen. Die Amerikaner bestehen dagegen auf eine größere Unterstützung Pakistans im Anti-Terror-Kampf. dpa

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