Politik : Hannelore Kohl: Über die Tote nur Schlechtes

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Über Tote nichts, wenn nichts Gutes. In Unkenntnis der römischen Regel wurden in den vergangenen Tagen angebliche Vermächtnisse von Hannelore Kohl verschickt. Auf Anzeige des früheren Kanzlers ermittelt jetzt die Münchener Staatsanwaltschaft. "Massiv ehrverletzend zum Nachteil von Herrn Dr. Kohl" sei das Schreiben, sagt Oberstaatsanwalt August Stern. Ermittelt werde aber nicht nur wegen übler Nachrede und Verleumdung. Auch Hannelore Kohl selbst wird offenbar herabgesetzt. Deshalb untersucht Stern das Papier auf "Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener". Man weiß auch, an wen es gehen sollte. Oben stehen die Namen von 19 Politikerinnen oder prominenten Gattinnen von Politikern. Wie ein professioneller Scherz sehe der Brief nicht aus, sagt Stern, der das Motiv darin sieht, "dem Herrn Dr. Kohl zu schaden". Diese Vermutung bestätigt auch ein Anruf bei dem Frankfurter Satiremagazin "Titanic", das mit professionellen Scherzen in dieser Richtung mehrfach aufgefallen ist. "Wir sind nicht verantwortlich und verurteilen diese Aktion aufs Schärfste", heißt es aus der Redaktion.

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